192 Erträge und Verwertung der Kartoffeln.
Kommen größere Maſſen grünes Kraut vor, dann laſſen ſich dieſe ſehr gut zu Sauerfutter machen.
Das Sauerfutter enthält nach einer Unterſuchung auf der Verſuchsſtation zu Proskau*) im friſchen Zuſtande Waſſer 75,4 pCt. und 26,4 pCt. Trockenſubſtanz mit 0,393 pCt. freier Eſſigſäure und 0,333 pECt. freier Milchſäure. Die Trocken⸗ ſubſtanz beſtand aus:
Protein.... 12,50 pCt. Atherertrakt.. 11,13„ Rohfaſer... 20,31„ Nfr. Extraktſtoffe. 32,88„ Aſche.... 23,18„
Der hohe Gehalt an Aſche rührte zum Teil von Unreinig⸗ keiten, zum Teil von dazwiſchen geſtreutem Viehſalz her, während die große Menge der in Äther löslichen Subſtanzen jedenfalls
durch den Gärungsprozeß erzeugt worden war. Der Protein⸗
gehalt iſt dem eines Kleeheues mittlerer Güte nahezu gleich. Das Sauerfutter von guter Beſchaffenheit und angenehmem Geruch hatte bei der Verfütterung mit Milchvieh zuerſt Durchfall erzeugt, welcher nach Abſtumpfung der 0,726 pCt. freie Säure mittelſt Schlämmkreide aufhörte, ſo daß das Futter mit günſtigem Erfolg während des ganzen Winters verabreicht werden konnte.
Bei Benutzung des Kartoffellaubes als Viehfutter iſt zu beachten, daß die Beeren zu vermeiden ſind, weil ſie ſoviel Solanin enthalten ſollen, daß ſie nicht ohne Nachteil für die Geſundheit der Tiere ſind, weshalb man dieſelben nicht mit ver⸗ füttern darf.
Es ſind ohne Schaden an Milchkühe pro Kopf täglich 10— 15 kg Kartoffelkraut zu verfüttern.
Die Kartoffelausfuhr nach England und dem rheiniſch⸗ weſtfäliſchen Induſtriebezirk erfordert die Erzeugung von Kar⸗ toffeln mit für den dortigen Markt gewünſchten Eigenſchaften.
*) Der Landwirt. 1875. Nr. 35.


