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Erträge und Verwertung der Kartoffeln. 191
Zuweilen treten bei ſtarker Fütterung roher Kartoffeln Krankheitserſcheinungen auf, welche auf gewiſſe Reizſtoffe in den Kartoffeln zurückzuführen ſind, die jedoch durch ein 6— 12 ſtündiges Stehen der zerkleinerten Kartoffeln in Waſſer, welches mehrmals erneuert wird, ſowie durch Kochen und Dämpfen größtenteils entfernt oder unwirkſam gemacht werden.
Anderweite Nachteile hängen höchſt wahrſcheinlich mit dem zeitweiſe ſehr hohen Solaningehalt der Kartoffeln, ſo in un⸗ reifen und keimenden Kartoffeln zuſammen. Nach einer Analyſe von Hauf enthielten 500 g roher, von den Trieben ſorgfältig befreiter Kartoffeln, im Mai 0,16, im Juli 0,21, die gleiche Menge Kartoffelſchalen im Mai 0,18, im Juli 0,24 g Solanin. Es liegt nahe, das häufig nach dem Genuſſe gekeimter Kartoffeln beobachtete Auftreten von Durchfall, Kolik, Aufblähen und Ver⸗ werfen auf den vielleicht gerade ſtarken Solaningehalt zurückzu⸗ führen, doch iſt hierfür ein ſicherer Beweis noch nicht erbracht. Jedenfalls ſcheint es aber geboten, bei Verfütterung gekeimter Kartoffeln die jungen Triebe ſorgfältig zu entfernen.
Zuweilen findet auch das Kartoffelkraut als Viehfutter Verwertung.
Je reicher das Kraut an Blättern iſt, um ſo mehr eignet es ſich zur Fütterung, weil die Blätter am nährſtoffreichſten ſind, wie dies auch eine Analyſe von Weinhold*) zeigt:
100 Teile enthalten Blätter Stengel Gaͤnzes
Kraut
Waſſer........ 15,0 15,0 15,0 Proteinſtoffe......... 18,1 7,8 12,9 Stickſtofffreie Stoffe....... 40,6 36,5 38,6 Rohfaſer.......... 12,8 32,5 22,7 Mineralſtoffe........ 13,5 8,2 10,8
Demnach kommt die Zuſammenſetzung der des Heues ſehr nahe.
**) Chem. Ackersm. 1869.
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