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Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte / von Hugo Werner
Entstehung
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Einleitung.

Die Heimat der Kartoffel iſt unzweilhaft Süd⸗Amerika und zwar ſcheint ſie hier in den für Mais zu kalten Gegenden des Inca⸗Reiches(Peru) als Erſatz desſelben zur Nahrung gedient zu haben; darauf deutet, daß ſich nach Cieza(Cronica cap. 100) die Feier der Feſte in den Gebirgsprovinzen, wie in Callao, immer nach der Saat und Ernte der Papas(Kar⸗ toffeln) richtete. Ferner führt Molina an, ſie wachſe in Chile beinahe auf allen Feldern wild, ſei klein, habe einen bitteren Ge⸗ ſchmack und heiße bei den IndianernMaglia. Humboldt glaubt, daß letztere die Stammpflanze der kultivierten Kartoffel ſei und dieſe ſich von Chile aus über Peru und Quito bis auf die Hochebene von Bogota verbreitet habe.

Auch Darwin fand noch weiter nach Süden, auf den Chonos⸗ inſeln, eine wilde Kartoffel häufig, welche nach ihm mit der kul⸗ tivierten Kartoffel eine größere Ähnlichkeit beſitzen ſoll als die Maxglia.

Tſchudi dagegen, der ſie in Peru auf den Hügelreihen unfern der Küſte wild gefunden haben will, glaubt, daß hier ebenſo gut wie in Chile ihr urſprüngliches Vaterland ſei und daß die alten Peruaner ſie nicht aus dem Süden, ſondern von ihren Bergen zum Anbau auf günſtigerem Terrain bezogen haben.

Später, und zwar wahrſcheinlich erſt nach dem Erſcheinen der Europäer in Amerika, ſcheint ſich die Kartoffel, wie aus den Unterſuchungen Humboldt's zu ſchließen, längs der Andenkette

Werner, Kartoffelbau. 3. Auflage. 1