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Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte / von Hugo Werner
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190 Erträge und Verwertung der Kartoffeln.

Ein ſorgfältiges Abwaſchen und Zerkleinern der Kartoffeln iſt unerläßlich. Das Vermiſchen mit etwas langgeſchnittenem Häckſel iſt ſehr zu empfehlen.

Was nun die Verwendung der Kartoffeln als Pferdefutter anbetrifft, ſo dürfen ſie hier nur im gekochten Zuſtande und ſtets in mäßigen Quantitäten verwandt werden. Da die Pferde auch ſelbſt bei mäßiger Fütterung mit Kartoffeln ſehr ſchnell ermatten und leicht ſchwitzen, ſo können nur ſolche Pferde damit gefüttert werden, die wenig und keine ſchwere Arbeit zu ver⸗ richten haben. Mehr wie 810 kg pro Pferd und Tag zu geben, iſt nicht rätlich. Dieſes Quantum wird am beſten, nachdem dasſelbe mit dem iſen zerkleinert und mit Häckſel vermengt worden iſt, auf die drei Futterzeiten des Tages verteilt, verfüttert. Gut iſt es, das Futter ein wenig anzufeuchten, da die zu trockene Beſchaffenheit desſelben leicht Kolik bei den Tieren verurſachen könnte. Auch iſt bei der Kartoffelfütterung ſehr auf die Reinhaltung der Krippen zu ſehen, weil die zurück bleibenden Kartoffelreſte ſehr ſchnell in Säuerung übergehen, und dann den Tieren gleichfalls ſchädlich werden können. Die Haferration kann bei Verabreichung von Kartoffeln in obiger Menge bis auf zwei Drittel oder bis zur Hälfte reduziert werden. Dagegen iſt das Rauhfutter, wie Heu und Häckſel etwas reichlicher zu geben.

Die Kartoffeln ſollten nun nicht gekocht, ſondern gedämpft werden, denn nach Wagner büßten ein:

Ungeſchälte Kartoffeln: durch Dämpfen durch Kochen in Waſſer

pCt. pCt.

Rohaſche.... 1,17 3,64

Kali.... 0,69 3,32

Phosphorſäure.. 0,33 1,12 Geſchälte Kartoffeln:

Nohaſche... 7,28 28,86

Kali..... 6,93 38,33

Phosphorſäure.. 4,57 22,87