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Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte / von Hugo Werner
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Erträge und Verwertung der Kartoffeln. 183

hauptſächlich zum Kartoffelbau herangezogen werden, der Anbau und die Pflege nicht ſelten zu wünſchen laſſen und daß die Sortenauswahl häufig eine ungeeignete iſt.

Der Geldwert einer Mittelernte an Kartoffeln wird aber ſehr verſchieden groß ſein können. Derſelbe richtet ſich in der Hauptſache nach der Menge an Marktware, welche erzeugt wird und nach den Marktpreiſen; weniger wird der Geldwert dagegen beeinflußt von dem Teil der Ernte, welcher als Viehfutter dient, oder zu landwirtſchaftlich⸗techniſchen Gewerben Verwendung findet, weil die hierfür zu verbrauchenden Mengen gegenüber denen der Marktware verhältnismäßig gering ſind.

Die Kartoffelpreiſe haben in den letzten Jahren in Nord⸗ Deutſchland zwiſchen 2,20 und 3,20 Mk. pro 100 kg im Preiſe geſchwankt und mögen im Mittel 2,70 Mk. betragen haben. Es ſind dies aber Preiſe, welche in vielen Fällen die Erzeugungs⸗ koſten nicht mehr decken. Beiſpielsweiſe veröffentlichte am 30. März 1895 die Korreſpondenz des Bundes der Landwirte die Erzeugungskoſten einer Reihe von Gütern aus verſchiedenen Gegenden Nord⸗Deutſchlands, deren Buchhaltung nach dem Syſtem Howard geführt wird; hiernach ſtellten ſich im mehr⸗ jährigen Durchſchnitt die Erzeugungskoſten auf 2,94 Mk. pro 100 kg; demzufolge auch der Kartoffelbau einen Reinertrag durch Kartoffelverkauf in den meiſten Fällen wohl nicht mehr abwirft.

Die ſpeziellen Zahlen über die Erträge und Erzeugungs⸗ koſten ſind folgende:

Ertrag Erzeugungskoſten p. ha- P. ha p. 100 kg

Gut in kg Mark Mark

Prov. Sachſen, ſüdlich 13058 312,10 2,78 Nieder⸗Schleſien 11072 528,57 4,10 Kgr. Sachſen 18943 458,95 2,28 16 950 370,86 2,44 Poſen 15474 323,03 2,44 Kgr. Sachſen 18175 387,87 2,60 17300 450,12 2,68