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Die Aufbewahrung der Kartoffeln. 181
Kühn empfiehlt das Einſäuern ungedämpfter Knollen nur dann, wenn kein Dämpfapparat zur Hand iſt und große Verluſte durch Fäulnis, ſchnell drohen, z. B. wenn die Kartoffeln erfroren ſind. In allen ſonſtigen Fällen dürfte es ratſam ſein, das Dämpfen vorzunehmen.
Das Einſäuerungsverfahren iſt folgendes:
Die gemahlenen und dann gedämpften Kartoffeln werden in ca. 15 cm dicken Schichten in 1—2 m tiefen, 2—2,5 m breiten, geradwandigen Gruben ausgebreitet und recht gleich⸗ mäßig beſonders in den Ecken und an den Seiten feſtgeſtampft, damit nicht Lücken bleiben, welche ſonſt einen Herd für Säure⸗ und Schimmeldildung abgeben. Nach der Füllung der Grube giebt man derſelben eine in der Mitte etwas erhöhte und nach den Seiten ſich abdachende Erddecke von 0,6—0,8 m, wodurch der Zutritt der atmoſphäriſchen Luft, zur Verhütung der Eſſig⸗ ſäurebildung und ſonſtiger nachteiliger Umſetzungsprozeſſe ver⸗ mieden wird, weshalb auch eine Auskleidung der Wände oder ein Bedecken der Füllmaſſe mit Stroh zu unterbleiben hat, weil dieſes viel Luft einſchließt. Das Stroh iſt auch dem gleich⸗ mäßigen Setzen der Maſſe leicht hinderlich und giebt zum Ent⸗ ſtehen von Hohlräumen Veranlaſſung, wodurch die Schimmel⸗ bildung gefördert und leicht ein teilweiſes Verderben der Maſſe herbeitgeführt wird.
Bei dem Aufnehmen des Futters muß ſtets nur ein ſchmaler, etwa 0,5 m breiter Streifeu querüber abgedeckt und dieſer unter ſenkrechtem Abſtich bis auf die Sohle weggefüttert werden, ehe ein neuer Streifen angegriffen wird.
In einer luftdicht verſchloſſenen Grube bildet ſich nach den angeſtellten Unterſuchungen auf Koſten der Kohlenhydrate nur eine ſehr geringe Säuremenge(nämlich 0,21 pCt), dagegen ſchreitet aber die Säurebildung ſchnell fort, ſobald die Maſſe mit der Luft in Berührung tritt, daher behufs der Fütterung nur für zwei Tage der Bedarf der Grube entnommen und unter kaltem oder noch beſſer unter heißem Waſſer aufbewahrt werden ſollte.
Kartoffeln, welche vom November bis anfangs Juli ein⸗


