Druckschrift 
Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte / von Hugo Werner
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen

180 Die Aufbewahrung der Kartoffeln.

verſchiedenen Zeiten nach 50⸗, 76⸗ und 140 tägigem Säuern. Es wurden hierbei folgende Verluſte ermittelt:

nach nach nach 50 Tagen 76 Tagen 140 Tagen pCt. pCt. pCt. Organiſche Subſtanz 13,4 18,3 22,4 Stickſtoffhaltige Subſtanz 15,8 35,7 42,5 Stärfe.... 17,4 18,4 25,0 Rohfaſer. 28,0 26,0 Fett.... 57,1 59,1 87,0

Aus dieſen Unterſuchungen geht zur Genüge hervor, daß die Verluſte beim Einſäuern weſ entlich größer ſind als diejenigen, welche bei guten nicht leicht faulenden Kartoffeln während freien Lagerns im Keller eintreten. Anders freilich ſteht es, wenn die Kartoffeln zur Fäulnis neigen. Unter ſolchen Umſtänden iſt in jedem einzelnen Falle zu ſchätzen, wie groß der Verluſt im Laufe des Winters vorausſichtlich iſt und danach die Auf⸗ bewahrungsmethode zu wählen. Es kommt hierbei noch in betracht, daß eingeſäuerte Kartoffeln, falls das Sauerfutter überhaupt geraten iſt, ſtets ein geſundes Futtermittel ſind und von Rindvieh und Schweinen faſt immer gern angenommen werden. Den Kühen können davon ohne Nachteil täglich 8 kg gereicht werden.

Sollen die Kartoffeln noch über den April hinaus im Mai und Juni verfüttert werden, ſo empfiehlt ſich für dieſen Zweck das Einſäuern unbedingt, da lagernde Kartoffeln alsdann gekeimt und in dieſem Zuſtande als Futtermitel nicht mehr zuträglich ſind, ja geradezu ſchädlich wirken können.

Was nun die Frage anlangt, ob die Kartoffeln gedämpft oder roh einzuſäuern ſind, ſo hält Kühn in Halle vorheriges Dämpfen zwar für ſehr zweckmäßig, aber nicht für abſolut nötig. Gedämpft eingeſäuerte Kartoffeln ſind in diüätetiſcher Beziehung entſchieden den ungedämpft eingeſäuerten vorzuziehen, obgleich auch dieſe letzteren ein ſehr brauchbares Futter geben.