Die Aufbewahrung der Kartoffeln. 173
Keime getrieben, ſo geht der größte Teil derſelben beim Legen der Knollen verloren, wodurch die Knollen wiederum beträchtlich an organiſchem Bildungsmaterial verlieren, und außerdem ſind die kräftigſten Knoſpen vernichtet worden.
Im allgemeinen hat man bei der Aufbewahrung die größte
Rückſicht darauf zu nehmen, daß ſie nicht zu warm aufbewahrt
werden, weil dann ſehr leicht Fäulnis eintritt.
Bleiben nämlich die Kartoffeln in größeren Maſſen über⸗ einander geſchichtet liegen, ſo treten chemiſche Umbildungs⸗ prozeſſe auf, welche von Erwärmung der Maſſe begleitet ſind, infolge deſſen ein Teil des in ihnen vorhandenen Waſſers ver⸗ hältnismäßig ſchnell verdunſtet. Die in den Zwiſchenräumen vorhandene Luft, mit Waſſerdunſt erfüllt, ſteigt nun, weil durch Erwärmung leichter geworden, in die Höhe, und wird auf dieſe Weiſe entfernt. Wir haben aber auch die Kartoffeln gegen die Einwirkung des Froſtes zu ſchützen, weshalb dieſelben in froſtfreie Keller oder in Erdgruben und Mieten gebracht und in den beiden letzten Fällen mit Erde bedeckt werden. Hierdurch wird aber die Verdunſtung mehr oder weniger beeinträchtigt und in einem ſchlecht ventilierten Keller kühlt ſich ein Teil des Waſſerdunſtes an der kalten Decke wiederum ab und fällt von dieſer als tropfbarflüfſiges Waſſer auf die Knollen zurück. Bei der im Haufen herrſchenden bedeutend hohen Temperatur werden infolge deſſen bei der Gegenwart vielen Waſſerdunſtes, ſehr leicht Fäulnisprozeſſe ihren Anfang nehmen.
Aus dieſem Grunde werden diejenigen Aufbewahrungs⸗ methoden den Vorzug verdienen, welche bei genügendem Schutz gegen Froſt, ohne durch zu ſtarke Bedeckung die Erwärmung zu fördern, den Abzug des ſich bildenden Waſſerdunſtes möglichſt begünſtigen. Sollen dieſe Methoden ſich aber in allen Fällen bewähren, dann iſt es geboten, vor der Einbringung der Kar⸗ toffeln in das Winterlager, zuvörderſt die kranken Kartoffeln und die kleinen mehr oder weniger unausgebildeten, daher ſehr waſſerreichen und ſich leicht zerſetzenden zu entfernen. Am beſten geſchieht dies ſchon beim Aufſammeln, wenn den Arbeitern zwei Körbe, um große und kleine Knollen trennen zu


