172 Die Aufbewahrung der Kartoffeln.
der Kartoffeln bei der Aufbewahrung Unterſuchungen an, aus denen er folgende Schlüſſe zieht:
1. Die Gewichtabnahme der Knollen iſt gemeinhin gleich nach der Ernte am größeſten und vermindert ſich dann ſtetig bis zum Frühjahr.
2. Die Gewichtsverluſte während der kälteren Jahreszeit bis zur Saatzeit ſind weſentlich geringer, als während der folgenden wärmeren Zeit, namentlich ſind dieſelben in trocken und kühl gehaltenen Winterlagern verhältnismäßig gering. Die geringſte Temperatur liegt zwiſchen 0—100 C.
3. Diejenige Kartoffel erleidet den geringſten Subſtanz⸗ verluſt, welche am ſpäteſten keimt, da mit dem Keimungsprozeß ein Stoffverluſt unausbleiblich verbunden iſt.
um das Keimen aufbewahrter Kartoffeln zu verhindern empfiehlt Schribeaur,*) in einem Bericht an das franzöſiſche Ackerbauminiſterium(1891), die Keimfähigkeit aller Augen durch zehnſtündiges Einquellen der Kartoffeln in einer zweiprozentigen Löſung von Schwefelſäure aufzuheben. Die ſo behandelten Kartoffeln dürfen jedoch erſt nach vollſtändiger Abtrocknung zur Aufbewahrung gelangen. Eine und dieſelbe Löſung kann öfter benutzt werden und genügt 1 hl der Löſung für 100 hl Kar⸗ toffeln. Wenn man große Mengen Kartoffeln ſo behandeln will, ſo könnten, wie auch immer beſchaffene Behälter in An⸗ wendung gebracht werden, doch ſind dieſelben mit Bleiplatten auszufüttern. Kartoffeln nach dieſem Verfahren behandelt, zeigten im Mai noch die gleiche Zuſammenſetzung wie im September.
Bei der Einrichtung des Winterquartiers iſt das Haupt⸗ augenmerk darauf zu richten, durch möglichen Abſchluß der Feuchtigkeit und Wärme die Keimung zu unterdrücken, d. h. eine Temperatur anzuſtreben, welche, ohne den Gefrierpunkt zu erreichen, doch demſelben ſich hinlänglich nähert, um den Verweſungsprozeß in Schranken zu halten und die Belebung der Knoſpenaugen auszuſchließen.
Haben die Knollen jedoch ſchon im Winterlager längere
* öſterreich. landw. Wchbl., XVII. Jahrg., Nr. 23.
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