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Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte / von Hugo Werner
Entstehung
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28 Die Kartoffel.

1873 Poppelsdorf, Lehm 22444 kg p. ha, 29,7 Ct. Kranke.

1874 Poppelsdorf, Lehm 18930 kg p. ha.

Sie gehört zu den älteſten Sorten, die ſich in ihren Er⸗ trägen nahezu gleich hoch gehalten hat.

Rote märkiſche Kartoffel. Knolle: rund, mittelgroß, rot, rauhſchalig; Fleiſch gelb mit rotem Ring; Augen und Nabel mitteltief; das getriebene Auge hellrot. Kraut: hoch. Widerſteht der Krankheit gut. Gute Speiſe⸗ und vorzügliche Brennereikartoffel auf leichtem Boden und im Kontinentalklima.

Daberſche Kartoffel. Knolle: oval, mittelgroß, blaßrot, rauhſchalig; Fleiſch weiß; Augen und Nabel mitteltief. Kraut: hoch; Blüte: weiß. Gute Brennerei⸗ und Speiſekartoffel, die durch konſtante Einwirkung gewiſſer eigentümlicher klimatiſcher und Bodenverhältniſſe aus der roten märkiſchen Kartoffel in Pommern hervorgegangen iſt; ſich im allgemeinen ſtärkereicher als dieſe erweiſt und ebenfalls mit leichtem Boden vorlieb nimmt. Export nach England. V

Am beſten gedeiht ſie auf nicht zu leichtem Boden, wenn⸗ gleich der Stärkegehalt auf Sandboden ſehr hoch iſt. Mitte bis Ende September reifend.

Nach den Berichten der D. Kart.⸗Kult.⸗St. wurden im ſechsjährigen Durchſchnitt geerntet 19033 kg Knollen mit 19,90 pCt.= 3834 kg Stärke p. ha.

Dieſe alte Sorte, welche als Standardkartoffel zum Ver⸗ gleich immer wieder bei den Verſuchen der Station mit ange⸗ baut wird, iſt noch immer als eine vorzügliche und haltbare Speiſe⸗ und Fabrikkartoffel zu bezeichnen, die aber bei einem im allgemeinen hohen Stärkegehalt ſich in ihrer Ertragsfähigkeit außerordentlich ungleichmäßig und unſicher zeigt, indem ſie unter beſonders günſtigen Witterungs⸗ und Bodenverhältniſſen wohl im ſtande iſt, befriedigende bis gute Erträge zu liefern, im entgegengeſetzten Falle aber auch zu Mißernten führen kann. Vielfach iſt ſie von den neuen Richter'ſchen Sorten jetzt über⸗ troffen.