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Der Kartoffelbau nach seinem jetzigen rationellen Standpunkte / von Hugo Werner
Entstehung
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Varietäten. 9

gemäß nur ſolche, die ſich im allgemeinen als wertvoll heraus⸗ geſtellt haben; während ſich die Brauchbarkeit einer Sorte im konkreten Falle nur durch den Verſuch feſtſtellen läßt.

Der Stärkegehalt der Kartoffelſorten läßt ſich ohne chemiſche Analyſe annähernd feſtſtellen durch a) den Krocker⸗ ſchen Kartoffelprober, b) den Areometer von Keller, c) die Feskaſche Kartoffelwage(Balkenwage), d) die Kartoffelwage (Federwage) von Hurtzig, e) die Kartoffelwage von Reimann,

welche letztere wohl die ſicherſten Ergebniſſe liefert.

Varietäten:

A. Solanum tuberosum corniforme Alfd. Hornkartoffeln.

Knolle hornartig⸗ſpitz, lang nnd meiſt etwas gekrümmt, glatt, flachaugig; Fleiſch zart, wohlſchmeckend, beim Kochen meiſt ſeifig. Bemerkenswerte Sorten dieſer Varietät ſind:

Blaue Hornkartoffel.

Knolle: klein, rotblau mit dunkleren Flecken; Fleiſch weiß mit blauem Ring; das getriebene Keimauge violett; Augen flach; Nabel flach. Kraut niedrig, hellgrün, kleinblättrig; Frühkartoffel; Salatkartoffel.

Ertrag in Poppelsdorf 1874 auf Lehmboden 9993 kg pro Hektar.

Ziegenhorn.

Knolle: klein, blaugrau, rauhſchalig; Fleiſch gelb mit blauem Ring; das getriebene Auge violett; Augen flach; Nabel flach. Kraut: niedrig; Frühkartoffel; Salatkartoffel.

B. Solanum tuberosum oculosum Alfd.,

Schuppenkartoffel.

Augen tief; Blattkiſſen dick; Knolle einem Tannenzapfen ähnlich, klein; Geſchmack gut.