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8 Die Kartoffel.
Formen zu erzielen, zumal, wenn zur künſtlichen Züchtung, welche man in neueſter Zeit zur Erzeugung wertvoller, den landwirtſchaft⸗ lichen Verhältniſſen entſprechende Sorten anwendet, geſchritten wird. Demnach ſind die Bedingungen für die Bildung neuer Varietäten und Sorten bei der Kartoffel ungemein günſtige, weshalb es auch nicht wunder nehmen kann, wenn ſich ihre Zahl maßlos vermehrt, und ſich bei näherer Prüfung ein beträchtlicher Teil der Sorten als wirtſchaftlich unbrauchbar erweiſt.
Da nun der Landwirt aus der großen Zahl der vorhandenen und vielgeprieſenen Sorten kaum noch im Stande iſt, die für ſeine Verhältniſſe paſſendſten auszuwählen und ihm vielfach ſchlechte Sorten in die Hände fallen, ſo ſind wir wohl zu dem Ausſpruch berechtigt, daß die Ertragsverminderung der Kartoffeln, über welche vielfach geklagt wird, nicht allein durch die Kartoffel⸗ krankheit und unrationelle Kultur der Kartoffel herbeigeführt iſt, ſondern daß auch die große Zahl der verbreiteten, qualitativ und quantitativ wenig befriedigenden Kartoffelſorten einen großen Teil der Schuld trägt; denn nächſt angemeſſener Beſtellungsweiſe und genügendem Kraftzuſtande des Bodens entſcheidet über den Ertrag nach Quantität und Qualität ganz beſonders die rechte Wahl der Sorte, weil die Trockenſubſtanzmenge, der Stärkegehalt, die Widerſtandsfähigkeit gegen die Kartoffelkrankheit der Haupt⸗ ſache nach von der Sorte abhängig ſind.
Alljährlich werden neue Kartoffelſorten auf den Markt ge⸗ worfen, von denen nur verhältnismäßig wenige ſich einbürgern und die meiſten ſehr bald wieder verſchwinden, daher ein un⸗ ausgeſetzter Wechſel der Sorten ſtattfindet. Einige empfehlens⸗ werte Sorten werden wir weiter unten eingehend beſprechen, wozu ich jedoch bemerke, daß ſowohl der Knollenertrag als auch der Stärkegehalt der einzelnen Sorten durch Klima, Boden, Düngung. Kulturart weſentlich beeinflußt wird. Aus welchen Gründen es nicht möglich iſt, ohne die Verhältniſſe im konkreten Falle zu kennen, beſtimmte Kartoffelſorten zu empfehlen, und können deshalb die bei der Beſchreibung der einzelnen Sorten von uns gemachten Ertragsangaben nur bedingungsweiſe gelten.
Die von uns zur Kultur zu empfehlenden Sorten ſind dem—


