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Melaſſeſchlempe. Elutionslauge. 237
die Einfuhr überwiegt, ſodaß alſo ein Erſatz des Ausgeführten mit der Zeit ſich als unabweisbar herausſtellen dürfte, ſo giebt es doch auch ſolche, bei denen das umgekehrte Verhältnis ſtattfindet. Es ſind dies diejenigen, welche mit einer Melaſſebrennerei oder einer Melaſſe⸗Ent⸗ zuckerungs⸗Anſtalt verbunden ſind, ſelbſtverſtändlich aber nur dann, wenn die Schlempe oder Elutionslauge auf den Acker gefahren und nicht in Form von Schlempekohle an die Pottaſchefabriken verkauft wird. Es könnte ſich nun fragen, ob es nicht rationell wäre, wenn dies letztere geſchieht; der Landwirt würde dann doch ein teures Kaliſalz(kohlenſaures Kali) induſtriell verwerten und könnte den Kalierſatz durch Ankauf von Staßfurter Salzen bewerkſtelligen. Bei genauerer Betrachtung der Sache findet man aber, daß ſich der Landwirt dadurch ſchädigt. Ab⸗ geſehen davon, daß das Kaliſalz ſich in der Melaſſeſchlempe in Ver⸗ bindungen befindet, in denen es auf die Pflanzen ganz vorzüglich wirkt, nämlich in Verbindung mit organiſchen Säuren, ſo enthält dieſelbe neben dem Kali auch noch andere landwirtſchaftlich wertvolle Stoffe, die der Wirtſchaft beim Verkaufe von Schlempekohle verloren gehen. Der wichtigſte derſelben iſt der Stickſtoff. Wie wir aus der Tabelle S. 27 erſehen können, enthält die Melaſſeſchlempe in 1 chm 33,5 Pfd. Kali und 8,4 Pfd. Stickſtoff. Da letzterer nun, wie jetzt die Einrichtung der Schlempekohleöfen iſt, bei der Darſtellung der Kohle in den Schorn⸗ ſtein entweicht, ſo geht dabei auf jedes Pfund Kali 0,25 Pfd. Stickſtoff im Werte von 20 Pf. verloren. Bekäme der Schlempekohlenfabrikant nun das Prozent Kali in der Kohle, was wohl kaum jemals der Fall ſein dürfte, mit 20 Pf. bezahlt*), ſo würde ihm gerade der verloren gegangene Stickſtoff erſetzt werden, d. h. er würde das Kali vollſtändig verſchenken und noch die Koſten für die Darſtellung der Kohle dazu geben, gewiß kein ſehr glänzendes Geſchäft.
Durch die Einführung der Melaſſeentzuckerung in die Zuckerinduſtrie iſt der rübenbauende Landwirt in den Stand geſetzt, wenigſtens einen Teil des dem Acker entzogenen Kalis wieder zu erſetzen, indem er mit der dabei abfallenden Elutionslauge düngt. In 100 Teilen derſelben fand Maercker::
Waſſer........ 87,09 Teile Trockenſubſtanz..... 12,01„ Zucker........ 2/45„
organiſche Stoff... 6,05„
Kali an org. Säuren gebunden 2,11„ kohlenſaures Kali... 0,22„ zuſammen ſalpeterſaures Kali 0,07„ 2,36% Kali Chlornatrium.... 0,56„
Atzlalk....... 0,45„
*) Es koſtet jetzt 13— 14 Pf.


