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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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236 Die Kaliſalze in der Landwirtſchaft.

Bei der Düngung mit Carnallit oder Kainit muß offenbar dasſelbe vor ſich gehen, wie bei der Düngung mit den Nebenſalzen allein; die verhältnismäßig geringe Menge reines Kaliſalz in denſelben iſt in ihrer Wirkung auf den Boden verſchwindend gegen die der Nebenſalze.

Es wäre ein verdienſtvolles Unternehmen der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtationen, wenn ſie dieſe Verhältniſſe prüfen würden, wenn ſie feſtſtellen würden, ob bei der Düngung mit rohen Kaliſalzen Pflanzen⸗ nährſtoffe im Drainagewaſſer weggehen. Vielleicht finden ſie, daß ſich unter dieſen auch Phosphorſäure befindet, da wir wiſſen, daß phosphor⸗ ſaurer Kalk in vielen Salzlöſungen löslich iſt, vielleicht finden ſie auch, daß im Grundwaſſer ebenſoviel Kali verſchwindet, als man oben auf⸗ geſtreut hat und daß daher bei Verwendung der rohen Salze die Kalidüngung als ſolche nur eine Täuſchung war.

Vielleicht wird man torotz der höheren Koſten zur reinen Kalidüngung zurückkehren, wenn man die aus⸗ raubende Thätigkeit der Nebenſalze gefühlt hat.

Es bleiben uns nun nur noch einige Worte über die chlorfreien Kaliſalze, die ſchwefelſaure Kali⸗Magneſia, das ſchwefelſaure Kali, die kohlenſaure Kali⸗Magneſia(Kalium⸗Magneſium⸗Carbonat) und das phosphorſaure Kali.

Während die meiſten unſerer Kulturpflanzen die Chlorverbindungen durchaus gut vertragen, hat bei einzelnen die Düngung mit Chloriden Mißerfolge ergeben, beſonders beim Tabak, dem Wein und unter ge⸗ wiſſen Bedingungen auch bei der Zuckerrübe. An ſich gedeiht ja der Tabak ganz gut mit Chlorkalium, er nimmt aber dabei ſoviel Chloride auf, daß die Aſche leicht ſchmelzbar wird. Mit Chlorkalium oder Chlornatrium gedüngter Tabak brennt nicht, ſondern kohlt, weil die ſchmelzenden Chloralkalien die Tabakskohle einhüllen und den Zutritt der Luft von derſelben abhalten. Es iſt ſogar noch nicht einmal unbedingt ſicher feſtgeſtellt, ob ſich die ſchwefelſauren Salze zur Düngung eignen und ob nicht ſalpeterſaures oder kohlenſaures Kali das beſte Düngemittel für Tabak iſt.

Bei Wein und Zuckerrüben hat man bemerkt, daß durch Düngung mit Chloriden der Zuckergehalt geringer wird; bei Zuckerrüben kann man, weil ſie nur einen Sommer zu wachſen haben, vorbeugen, indem wenn man die Kalidüngung, wie ich ſchon früher vorgeſchlagen habe, im Herbſt, beſſer noch zur Vorfrucht, anwendet. Für die Düngung des Weines aber iſt man auf die teureren Salze, das ſchwefelſaure und phosphorſaure Kali und die ſchwefelſaure Kali⸗Magneſia beſchränkt. Die kohlenſaure Kali⸗Magneſia kommt wohl bis jetzt als Dünger nicht in Betracht, da ſie noch viel zu teuer iſt; auch das phosphorſaure Kali hat ſich bis jetzt wohl aus demſelben Grunde noch nicht recht eingeführt.

Es erübrigt uns noch einige Worte über ſonſtige kalihaltige Dünge⸗ ſtoffe zu ſagen: Wenn auch in den meiſten Wirtſchaften die Kaliausfuhr