234 Die Kaliſalze in der Landwirtſchaft.
bindungen der Kieſelſäure mit Kalk, Magneſia, Natron, Eiſenoxyd, Thonerde u. ſ. w. Treffen dieſe mit Chlorkalium oder ſchwefelſaurem Kali zuſammen, ſo tritt das Kali in dieſelben ein, während andere baſiſche Stoffe aus denſelben austreten und ſich mit dem Chlor des Chlorkaliums oder der Säure des ſchwefelſauren Kalis verbinden. Es wird ſich alſo im erſteren Falle z. B. Chlorcalcium, im letzteren Gips bilden. Da das Chlorcalcium in Waſſer leicht löslich iſt, geht es in das Grundwaſſer, verſchwindet alſo aus dem Boden. Dies entſpricht genau der Beobachtung, daß Kaliſalzdüngung(man düngt ja jetzt mit Vorliebe mit ſtark chlorhaltigen Salzen) auf den Boden entkalkend wirken.
Bei der Kalidüngung, wie ſie jetzt geübt wird, iſt daher eine Zu⸗ fuhr von Kalk eine unerläßliche Bedingung. Es iſt zweifellos, daß auch die chlorhaltigen Nebenſalze den Boden entkalken; Chlormagneſium z. B. zerſetzt ſich mit im Boden vorhandenem kohlenſaurem Kalke in kohlenſaure Magneſia und Chlorcalcium, welches verſchwindet, während vielleicht dem Kochſalze eine Einwirkung auf die Kieſelſäureverbindungen des Bodens nicht abzuſprechen iſt. Nach Maercker iſt daher die Zu⸗ fuhr von Kalk bei der Kalidüngung unbedingt nötig; derſelbe verlangt mindeſtens ebenſo viel gebrannten Kalk pro Morgen, als man Kaliſalz aufgeſtreut hat. Fleiſcher hält 15 Ctr. Kalk pro Morgen für nötig. Für Moorboden hat die gleichzeitige Anwendung von Kalk noch einen beſonderen Grund. Nach Fleiſcher trennt Moorboden die Baſen der Kaliſalze von ihren Säuren, ſodaß derſelbe nach der Düngung freie Salzſäure enthält, die vernichtend auf die Pflanzen wirken würde, wenn man nicht Kalk zuführt. Auch ſonſt verhindert Kalk ungünſtige Nebenwirkungen der Kaliſalze; die Kali⸗Rohfalze haben die üble Eigen⸗ ſchaft, die Salpeterbildung im Boden(ſ. S. 121) zu verlangſamen. Holdefleiß hat letztere bei Verſuchen mit Stallmiſt durch Kaliſalze ganz aufgehoben. Wie wichtig aber dieſe Salpeterbildung für die Er⸗ nährung der Pflanzen iſt, wiſſen wir, wir wiſſen auch, daß man die⸗ ſelbe durch Zufuhr von Kalk befördert, alſo auch hier ein Grund für die Anwendung desſelben.
Daß die Nebenſalze der Kali⸗Rohſalze auf die Bodenbeſtandteile löſend wirken, geht daraus hervor, daß dieſelben auch ohne Kali die Ernteerträge erhöhen. Lawes& Gilbert haben darüber langjährige Verſuche angeſtellt:
Die Verſuchs⸗Parzellen erhielten jährlich eine Grunddüngung von 450 kg Ammoniakſalz und 350 kg Superphosphat und zwar vom Jahre 1854 an,*) dazu nachſtehende Mengen von Salzen in Kilo⸗ grammen für den Hectar
*) Vergl. Maercker: Kalidüngung.
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