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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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232 Die Kaliſalze in der Landwirtſchaft.

überhaupt nicht mehr möglich,*) auf lehmigem Sandboden, mit 0,05 0,10 Proz. in kalter Salzſäure löslichem Kali, reagieren kali⸗ bedürftige Gewächſe unbedingt auf Kalidüngung, auf ſandigem Lehmboden und auf Lehmboden mit 0,100,40 Proz. Kali ver⸗ ſagt die Kalidüngung noch vielfach, wenn nicht jahrelanger ſtarker Anbau ſehr kalibedürftiger Pflanzen den Vorrat im Boden ſtark vermindert hat. So haben ſich die Kaliſalze von den armen Böden aus auf die beſſeren ausgedehnt und werden bei der alljährlich ſteigenden kali⸗ verzehrenden intenſiven Kultur nach und nach auch die beſten Böden erobern.

Außer den allgemein bekannten Kalipflanzen: Tabak, Futter⸗ und Zuckerrüben, Kartoffeln und Cichorien ſind es beſonders die Futter⸗ und Wieſenpflanzen, welche für Kalidüngung ſehr dankbar ſind. Dieſe Pflanzen ſind es meiſt auch, bei welchen der Landwirt mit der⸗ ſelben beginnt, weil er durch dieſelben, ohne Fehlſchläge befürchten zu müſſen, am leichteſten ſeinen Kalivorrat im Boden vermehren kann.

Für intenſive Wirtſchaften reicht aber dieſe Art der Kalizufuhr bei weitem nicht aus; für ſolche Wirtſchaften berechnet Maercker die jährlich notwendige Menge auf 3 ½ 4 Ctr. Kainit oder 43 ¾ 50 Pfd. Kali pro Morgen, wobei er das im Stallmiſt dem Acker zugeführte Kali als notwendige Vermehrung des Vorrates im Boden rechnet, alſo nicht in Anſatz bringt.

Wir kommen nun zu der für die Tendenz dieſes Büchleins wich⸗ tigſten Frage: Welche Kaliſalze ſoll der Landwirt zur Düngung verwenden?

In den früheren Ausgaben dieſer Schrift bin ich mit großer Ent⸗ ſchiedenheit gegen diejenigen Düngeſalze aufgetreten, welche von den Kalifabriken unter ſchönen, aber falſchen Namen den Landwirten an⸗ geboten wurden, und ich glaube auch mit Erfolg; die Namen rohes ſchwefelſaures Kali, präparierter Kainit u. ſ. w. ſind aus den Preis⸗ liſten verſchwunden; wenn der Landwirt heute geringwertige Fabrikate kauft, die nach Maercker jetzt kaum noch auf den Markt kommen, ſo weiß er wenigſtens ſicher, was er kauft.

Ein Erfolg aber, den ich angeſtrebt habe, iſt bis jetzt, in Deutſch⸗ land wenigſtens, noch nicht eingetreten, doch hoffe ich ihn noch zu er⸗ leben, nämlich die Verdrängung der niedrigen, Kochſalz und Chlor⸗ magneſium enthaltenden Salze durch die reineren Fabrikate. Die ganz ungemeine Vermehrung des Kaliſalzverbrauches hat ſich, nach Maercker's Zuſammenſtellung S. 227, nicht auf die reinen Salze, ſondern vor⸗ zugsweiſe auf die rohen Bergprodukte, Kainit und Carnallit, er⸗ ſtreckt, ob mit Recht, werden wir ſpäter ſehen.

*) Maercker: Kalidüngung.