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Die reineren Kaliſalze in der Land wirtſchaft. 231
Es wurden fünf verſchiedene Pläne in angegebener Weiſe behandelt, die in ganz verſchiedenen Teilen der Flur*) lagen. Keines der Ver⸗ ſuchsfelder befand ſich in friſchem Dünger, eines derſelben hatte ſogar ſeit fünf Jahren keinen Stallmiſt erhalten.
Die Reſultate des Verſuchs waren folgende:
I. 4 Morgen in der Auo, geteilt in 4 Parzellen à 1 Morgen Ertrag pro Morgen
1. ungedüngt.... 144,09 Ctr. Zuckerrüben 2. mit ſchwefelſ. Kali. 159,61 1„ 3. mit Chlorkalium.. 168,55„„ 4. mit Kainit.... 194,270„„ II. Am langen Stein, 31 Morgen 1. ungedüngt.... 122,24 Ctr. Zuckerrüben 2. mit ſchwefelſ. Kali 132,49„„ 3. mit Chlorkalium.. 122,65„„ 4. mit Kainit.... 99,94„„ III. Drellberg, 114 Morgen in 2 Parzellen à 57 Morgen 1. ungedüngt.... 89,18 Ctr. Zuckerrüben 2. mit Chlorkalium.. 99,37„„
IV. Froſts und Heuers Plan, 126 Morgen in 4 Parzellen, davon 51 Morgen ungedüngt und 3 mal 25 Morgen gedüngt
1. ungedüngt... 86,07 Ctr. Zuckerrüben 2. mit ſchwefelſ. Kali. 94,78„„ 3. mit Chlorkalium.. 86,91„„ 4. mit Kainit.... 100,17„„
Von allen Plänen iſt nur bei Plan II ein Mißerfolg der Düngung mit Kainit zu verzeichnen geweſen, im übrigen iſt jedesmal ein Mehr⸗ ertrag eingetreten. Den höchſten Ertrag zeigte meiſt der Kainit; ich vermute, weil er ſehr früh im Herbſte eingepflügt wurde und den Untergrund gedüngt hat.
Trotzdem durch alle dieſe Verſuche ein Erfolg der Kalidüngung ſtrikte nachgewieſen war, führte ſich dieſelbe doch nur langſam ein. Erſt als man auf den kalihungrigen Moor⸗ und Sandböden mit der Kalidüngung begann und Ernten von ungeahnter Größe machte, dehnte ſich dieſelbe bald mehr und mehr aus; jetzt zweifelt wohl kein Landwirt mehr an dem Werte derſelben. Auf Moor⸗ und Sandböden, die nur 0,01— 0,05 Proz. in kalter Salzſäure lösliches Kali enthalten, iſt eine rationelle Bewirtſchaftung ohne Kalidüngung heute
*) Gänſefurt bei Hecklingen in Anhalt.


