230 Die reineren Kaliſalze in der Landwirtſchaft.
Die Differenz an geerntetem, gewinnbarem Zucker zu gunſten der Kalidüngung iſt daher keine unbeträchtliche. Der Ausfall im Ernte⸗ gewichte gerade für die Zuckerrüben iſt zwar auffallend, doch bezeichnet Drechsler ſelbſt ſeine Verſuche als Vorverſuche, jedenfalls iſt durch dieſelben der Irrtum widerlegt worden, daß Kalidüngung den Zucker⸗ gehalt der Rüben herabdrücke.
Ob die Verſuche fortgeſetzt ſind, iſt mir unbekannt.
Mit Kartoffeln hat A. Stöckhardt in Tharandt langjährige Kali⸗Düngungsverſuche gemacht, die folgendes Reſultat ergaben:
Düngung für den Acker Ertrag an Knollen Stärkegehalt Ertrag an Stärke ungedüngt..... 4840 Pfd. 23,2 Proz. 1122 Pfd. mit 600 Pfd. Chlorkalium 8850„ 20,6„ 1823„
„ 600„ ſchwefelſ. Kali 11150„ 21,6„ 2407„
Stöckhardt ſchließt aus zwölfjährigen Verſuchen, daß alle Chlorverbindungen die Stärkebildung der Kartoffeln ſchädigen. Die günſtige Wirkung der Kalidüngung auf den Ernteertrag iſt jedenfalls in die Augen fallend.
Alle die angeſtellten Verſuche leiden aber an einem Mangel, nämlich an der Einſeitigkeit der Düngung; meiner Anſicht nach wären dieſelben anders ausgefallen, wenn man die Verſuchsfelder von vornherein gleichmäßig mit Phosphorſäure und Stickſtoff gedüngt hätte, da die Kalidüngung erſt dann ihre volle Wirkung zeigen kann, wenn die Pflanze auch die übrigen Nährſtoffe in reichlichem Maße vorfindet. Derartige Düngungsverſuche hatte ich im Jahre 1879 angeſtellt; die⸗ ſelben ſind veröffentlicht in der inzwiſchen wieder eingegangenen„Zeit⸗ ſchrift für das Düngerweſen“ von O. Cordel: Zu Verſuchsfeldern wurden vollſtändig ebene, nicht zu kleine und ſeit einer langen Reihe von Jahren zuſammenhängend bewirtſchaftete Pläne ausgeſucht, welche in je vier Teile eingeteilt wurden. Von dieſen Parzellen wurde eine ungedüngt gelaſſen, die zweite erhielt 94 Pfd. Kali in Form von 90 prozentigem ſchwefelſaurem Kali, d. h. 193 Pfd. des letzteren, die dritte 94 Pfd. Kali in Form von 98 prozentigem Chlorkalium, alſo 152 ¼ Pfd. des letzteren, und die vierte 752 Pfd. Kainit, alſo eben⸗ falls 94 Pfd. Kali pro Morgen. Dieſe Salze wurden im Oktober mit dem Dampfpfluge auf 13 Zoll eingepflügt. Im Frühjahre er⸗ hielten ſämtliche Parzellen 40 Pfd. Phosphorſäure und 40 Pfd. Stickſtoff pro Morgen, alſo eine ſehr reichliche Düngung mit dieſen Stoffen. Dieſe Frühjahrsdüngung wurde, wie geſagt, angewandt, um ſicher zu ſein, daß die Verſuche nicht etwa wegen Mangel an Phosphor⸗ ſäure und Stickſtoff im Boden verunglückten. Ich nahm verhältnis⸗ mäßig große Pläne, weil ſich auf dieſen der Dünger gleichmäßiger ver⸗ teilen läßt und weil auch bei der Aberntung derſelben die einzelnen Parzellen ſorgfältiger auseinander gehalten werden können.
de fuc ſei


