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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
Entstehung
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Alkali⸗ und Kalkſalze der Phosphorſäure. 39

ſelbe ſchwefelſaures Kali, Kochſalz, Salpeter, Ammoniakſalze oder Kohlenſäure enthält, nicht unbedeutend löslich iſt.

Halbſaures Kalkphosphat(PO0CaH+ 2 H. O) entſteht durch Vermiſchen von Chlorcalciumlöſung mit halbſaurem Natrium⸗ phosphat oder durch Zerſetzung des baſiſchen mit dem ſauren Kalk⸗ phosphate. Es iſt zwar immer noch ſehr ſchwer löslich in Waſſer, jedoch bedeutend leichter als die vorige Verbindung. Scheidet ſich aus eſſigſaurer Löſung, beſonders beim Knochen, kriſtalliniſch aus.

Saures Calciumphosphat(PeOs CaHl.+ H. O) iſt in den als Superphosphate bekannten Düngern enthalten. Es bildet ſich, wie wir ſchon erwähnt haben, durch Auflöſen des baſiſchen Phosphates in Salz⸗ oder Salpeterſäure und kann aus dieſen Auflöſungen durch Ab⸗ dampfen in Kriſtallſchuppen erhalten werden, die nach neuerer Unter⸗ ſuchung nicht an der Luft zerfließen. Es löſt ſich leicht in Waſſer, ſeine Löſung reagirt und ſchmeckt rein ſauer. Mit Kali⸗, Natron⸗ oder Ammoniaklöſung entſteht in derſelben ein dicker, weißer Niederſchlag, der ſich in Eſſigſäure leicht löſt. Giebt beim Glühen unlösliches Meta⸗ phosphat als glaſige Maſſe.*)

3. Die Salze des Magneſiums(Magneſiaſalze).

Baſiſches Magneſiumphosphat(POa)e Mgz) findet ſich in geringer Menge in den Pflanzenſamen. Es iſt in Säuren leicht löslich. Aus der ſauren Löſung fällt Ammoniak, phosphorſaure Ammoniak⸗ Magneſia.

Halbſaures Magneſiumphosphat findet ſich in manchen Guanoſorten und in geringer Menge in den Knochen.

Saures Magneſiumphosphat iſt eine ſehr leicht lösliche Ver⸗ bindung ähnlich der entſprechenden Kalkverbindung.

Ammonium⸗Magneſiumphosphat, phosphorſaure Ammoniak⸗ Magneſia(POa. NHa. Mg+ 6H O). Fällt aus Löſungen aus, in denen Phosphorſäure, Magneſiaſalze und Ammoniak zuſammentreffen, und iſt daher ein Erkennungsmittel ſowohl für Phosphorſäure als auch für Magneſia. Es iſt ein weißes, kriſtalliniſches Pulver, welches in Waſſer ſchwer, in Ammoniakwaſſer faſt ganz unlöslich iſt. Beim Glühen hinterläßt es Pyrophosphat.

Dieſe intereſſante Verbindung wurde nach dem Brande von Hamburg bei Aufgrabung des Grundes für die Nikolaikirche in großen waſſerklaren Kriſtallen als Mineral gefunden, von Ulex beſchrieben und Struvit genannt. An jener Stelle waren die Flüſſigkeiten einer Kloake in ein verſchüttetes Torfmoor gedrungen. Da in dem Moor viele Ammoniumſalze ſich befanden, hatte die phosphorſaure Magneſia des Urins genügende Gelegenheit, phosphorſaure Ammoniak⸗Magneſia zu

*) Eine vierte(vierbaſiſche) Kalkverbindung der Phosphorſäure ſ. unter Thomasſchlacke.