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40 Eiſenoxydſalze der Phosphorſäure.
bilden, die in den im Überſchuſſe vorhandenen Ammoniumſalzen längere
Zeit gelöſt bleiben konnte. So konnten durch langſame Ausſcheidung die oft wallnußgroßen Kriſtalle entſtehen.
Dasſelbe Salz findet ſich auch in manchen Guanoſorten, allerdings in bedeutend kleineren Kriſtallen. Die Bildung desſelben iſt analog der aus faulendem Urin: phosphorſaure Magneſia iſt vorhanden, Ammoniak bildet ſich aus den faulenden ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen des Guanos.
4. Die Eiſenoxydſalze.
Baſiſche Eiſenoxydphosphate finden ſich in Menge in der Natur, ihre Zuſammenſetzung iſt jedoch ſtets ſehr ſchwankend. Überall, wo in der Bodenfeuchtigkeit gelöſte Phosphate mit Eiſenoxyd zuſammen⸗ treffen, iſt zu ihrer Bildung Gelegenheit gegeben; ein Beiſpiel davon iſt der Raſeneiſenſtein, ein ſehr reichlich mit Phosphorſäure(bis 10 pCt.) beladenes Eiſenoxyd. In der Ackererde, die ja ſtets Eiſenoxyd ent⸗ hält, findet ſich wahrſcheinlich ein großer Teil der Phosphorſäure an daſſelbe gebunden.
Auch die Blaueiſenerde, phosphorſaures Eiſenoxydul, iſt das Reſultat eines ähnlichen Prozeſſes. Das auf dieſelbe Weiſe, wie im Raſeneiſenerz, entſtandene Eiſenoxydphosphat iſt nur noch durch ver⸗ weſende organiſche Subſtanzen zu Oxydulphosphat reduziert. In manchen(moorigen) Gegenden findet man dieſes Mineral in großen Maſſen. Es wird daſelbſt zur Veredelung des Bodens benutzt. Der Blaueiſenerde ähnlich zuſammengeſetzt, aber kriſtaliſiert, iſt der(ebenfalls blaue) Viviant.
Künſtlich entſteht ein baſiſches Phosphat beim Vermiſchen von Eiſenchlorid mit überſchüſſigem Natriumphosphat, dasſelbe iſt gelblich und wird beim Erhitzen braun. Man erhält auf dieſe Weiſe nie eine reine, nach beſtimmten Verhältniſſen zuſammengeſetzte Verbindung.
Das reine baſiſche Phosphat erhält man, nach meiner Vorſchrift, aus dem vorhergehenden, durch Befeuchten mit reiner ſyrupartiger Phos⸗ phorſäure und Auswaſchen mit vielem Waſſer. Dieſes Präparat bleibt beim Glühen weiß. Es iſt in Salzſäure, Eiſenchlorid und eſſigſaurem Eiſenoxyd löslich, nicht aber in Eſſigſäure.
Saures Eiſenoxydphosphat habe ich dargeſtellt durch Auf⸗ löſen von friſchgefälltem, lufttrocken gemachtem, baſiſchem Phosphat in reiner, ſyrupartiger Phosphorſäure.“*) Die Löſung iſt, das Waſſer abgerechnet, genau nach Vorſchrift dargeſtellt, analog allen anderen ſauren Phosphaten zuſammengeſetzt; ſie iſt roſenrot und zerſetzt ſich durch vieles Waſſer vollſtändig in freie Phosphorſäure und baſiſches Phosphat. Auch durch Erhitzen bilden ſich Abſcheidungen. Weinſteinſäure, Citronen⸗ ſäure und andere nicht flüchtige organiſche Säuren verhindern dieſe Fällungen, unorganiſche Säuren haben dieſe Wirkung nur unvollſtändig.
*) Freſenius, Zeitſchrift, 1873.
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