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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
Entstehung
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36 Phosphorſänreanhydrit, Phosphorſäure.

mehreren Verhältniſſen mit Sauerſtoff zu verbinden, ſo kann bei un⸗ genügendem Luftzutritte eine andere, als die genannte Verbindung ent⸗ ſtehen.

Die letztere enthält auf zwei Atome Phosphor fünf Atome Sauer⸗ ſtoff(Atomgewicht des Sauerſtoffes= 16, Zeichen O), oder auf 62 Gewichtsteile Phosphor 80 Gewichtsteile Sauerſtoff. Ihre chemiſche Formel iſt daher Pe Oz. Sie bildet einen zarten Schnee, der an feuchter Luft zerfließt. Durch Trocknen der zerfloſſenen Maſſe erhält man nicht wieder Anhydrit, ſondern eine andere Verbindung, die ſogen. Metaphosphorſäure.

Die in der Natur an Baſen gebunden vorkommende Phosphor⸗ ſäure, die gewöhnliche(zum Unterſchiede von der Pyro⸗ und Metaphosphorſäure), iſt eine dreibaſiſche Säure, d. h. ſie bildet mit Baſen drei Reihen von Salzen, die auf ein Molekül der Säure ein, zwei oder drei Atome Metall enthalten.

Die reine Säure kann man in durchſichtigen Prismen kryſtalliſiert erhalten; ſie kommt meiſt als ſyrupartige Löſung in den Handel, die rein ſauer ſchmeckt und nicht giftig iſt.

Die Säure giebt weder mit Chlorbariumlöſung, noch mit Eiſen⸗ chlorid, Silberlöſung oder Eiweiß Niederſchläge. Dagegen erhält man nach vorſichtigem Zuſatze von Ammoniak mit Chlorbarium einen weißen, mit Eiſenchlorid einen bräunlichen, mit Silberlöſung einen dottergelben Niederſchlag.

Der Niederſchlag mit Chlorbarium löſt ſich in Eſſigſäure wieder auf, ebenſo der Silberniederſchlag, nicht aber der mit Eiſenchlorid. Letzterer dagegen löſt ſich im Fällungsmittel.

Ein ſehr charakteriſtiſches Kennzeichen der Phosphorſäure iſt der Niederſchlag von Ammonium⸗Magneſiumphosphat, den ſie mit einer Miſchung von Salmiak, Ammoniak, Chlormagneſium und Waſſer giebt. Der Niederſchlag iſt weiß und kryſtalliniſch. Wer denſelben einmal geſehen hat, wird ihn kaum jemals mit einem anderen verwechſeln.

Spuren von Phosphorſäure findet mau mit einer Löſung von molybdänſaurem Ammoniak in Salpeterſäure. Beim Erhitzen der ver⸗ miſchten Löſungen ſcheidet ſich eine ſchön gelbe Verbindung aus oder die Löſung wird wenigſtens tief gelb.

Die chemiſche Formel der Phosphorſäure iſt P0. Ha.

Die Pyrophosphorſäure iſt eine zweibaſiſche Säure, ſie bildet alſo zwei Reihen von Salzen, ſaure und neutrale. Sie entſteht unter Waſſerverluſt durch Erhitzen der vorigen auf 4170 C. oder durch Glühen beſtimmter Salze derſelben.

Ihre chemiſche Formel iſt P. O, H.

Sie giebt, mit Ammoniak neutraliſiert, mit Chlorbarium oder Silberlöſung, nicht mit Eiweiß, weiße Niederſchläge.

Bei Rotglühhitze geht ſie unter Waſſerverluſt über in die