34 Vorkommen der Phosphorſäure. Phosphor.
ſo fruchtbaren Tſcherno Sem in Südrußland, wo man jahraus jahrein ohne Düngung die höchſten Weizenernten erzielt, 0.6 Proz., in dem unfruchtbaren Boden der Lüneburger Heide nur 0,02 Proz., in einem Acker mittlerer Güte 0,1 Proz. Phosphorſäure findet.
An ſich betrachtet, ſind dieſe Zahlen ſehr klein, rechnet man die⸗ ſelben jedoch auf eine beſtimmte Ackerfläche um, ſo fallen dieſelben bedeutend mehr ins Gewicht. Nimmt man den Hektar Ackerland alſo 10 000 m mit einer Tiefe von nur 0,2 m an, ſo würde dieſe ganze Erdmaſſe etwa 5 000 000. Ko wiegen und bei 0,6,% Gehalt 30 000 Ko Phosphorſäure enthalten
Da der Ackerboden aus Gebirgsarten entſtanden iſt, ſo lag es nahe, auch dieſe auf Phosphorſäure zu unterſuchen, und ſo ergab ſich die merkwürdige Thatſache, daß ſie faſt alle einen geringen Gehalt derſelben zeigen. Die geiſtreichſte Methode, dies zu erweiſen, rührt von Forchhammer in Kopenhagen her. Derſelbe ſchmolz die ge⸗ pulverten Mineralien mit Kochſalz, löſte den Kochſalzkuchen in Waſſer auf und behielt einen Rückſtand von phosphorſaurem Kalke, in Zu⸗ ſammenſetzung, Kriſtallform ꝛc. genau dem Apatit entſprechend. Auch Stöckhardt hat vielfach Phosphorſäure in Mineralien nachgewieſen, die man ſonſt für frei davon hielt. Die Zahlen, die in ſeinem Labo⸗ ratorium gefunden wurden ſind: 3
Feldſpat von Rochsburg.... 1,70 Proz. Gneiß von Gerbisdorf.... 0,78„ Granulit aus Penig..... 0,63„ Granit aus Hellsdorf..... 0,58„ Granitſand aus Burgſtädt... 0,68„
Baſalt des Landsberges bei Tharandt 1,10„ Melaphyr des Plauenſchen Grundes 0,38„
Syenit daſelbſt..... 0,18„ Gneiß von Tharandt..... 0,25„ Felſit daſelbſt....... 0,21„ Thonſchiefer........ 0,76„ Thonſteinporphyr...... 0,43„ Kalkſtein von Schweinsdorf.. 0,51
Die Allgegenwart der Phosphorſäure im Boden erklärt ſich daraus in einfacher Weiſe.
Zum Verſtändnis der Phosphorſäuredünger reſp. ihrer Fabrika⸗ tion iſt es nötig, daß wir zunächſt die rein chemiſchen Verhältniſſe des Phosphors und ſeiner wichſtigen Verbindung, der Phosphorſäure, näher beſprechen. Die große Zahl der ſonſtigen Verbindungen des erſteren hat für uns kein Intereſſe, dieſelben brauchen daher gar nicht erwähnt zu werden.
Der Phosphor iſt, nach Scheele's Methode, nämlich durch Deſtillation von ſaurem phosphorſaurem Kalke(ſ. dieſen) mit Kohle


