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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
Entstehung
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Die Düngerfabrikation.

Die Düngerfabrikation, wie ſie jetzt allgemein betrieben wird, beſchäftigt ſich mit der Herſtellung mehr oder weniger reiner, chemiſcher Präparate, welche Pflanzennährſtoffe enthalten. Wie ſchon in der Einleitung geſagt wurde, ſind es nur wenige Stoffe, die dem Boden in jeder Ernte in bedeutender Menge entzogen werden und die daher immer wieder erſetzt werden müſſen, Phosphor⸗ ſäure, Stickſtoff und Kali; und ſo beſchränkt ſich auch die von uns zu beſprechende Induſtrie nur auf dieſe drei Stoffe.

In früheren Jahren, als die Lehren der Agrikulturchemie zuerſt anfingen, in den Köpfen der Landwirte Boden zu gewinnen, lieferte England beſonders eine Reihe von Spezialdüngern, die in allen Einzelheiten analog den Pflanzenaſchen zuſammengeſetzt ſein ſollten; man hatte Weizendünger, Rübendünger, Kartoffel⸗ dünger ꝛc., ja ſogar Samendünger und Strohdünger.

Dieſe Art der Düngerfabrikation iſt jetzt untergegangen, einesteils,

weil die fraglichen Düngerſorten, will man ſie wirklich richtig darſtellen, viele Mühe und Koſten machen und daher zu teuer werden, andernteils, weil die chemiſche Unterſuchung derſelben, und daher die Kontrolle ſehr umſtändlich und ſchwierig iſt. Die Kon⸗ ſumenten waren daher vom erſten Augenblicke der Einführung dieſer Präparate an den größten Betrügereien ausgeſetzt. Bei den jetzt gebräuchlichen Düngeſtoffen fallen dieſe übelſtände weg, beſonders der letztere, da die chemiſchen Unter⸗ ſuchungsmethoden für dieſe leicht und ſicher auszuführen ſind und ein beſtimmtes Urteil über den Wert des fraglichen Materials er⸗ möglichen.

Nach ihrem Gehalte an weſentlichen Beſtandteilen bringen wir die künſtlichen, beſſer geſagt konzentrierten Düngemate⸗ rialien in vier große Abtheilungen; wir teilen ſie ein in

1. Weſentlich phosphorſäurehaltige Dünger,

2. Weſentlich ſtickſtoffhaltige Dünger,

3. Stickſtoff⸗ und phosphorſäurehaltige Dünger und 4. Kaliſalze.