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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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30 Allgemeine Regeln für die Anwendung konzentrierter Düngeſtoffe.

einem beſtimmten Ackerplane am nötigſten iſt, ſo ſchneidet man aus demſelben Parzellen heraus, die man mit den verſchiedenen Pflanzen⸗ nährſtoffen düngt und deren Ernteertrag man wiegt. Der Stoff, welcher den höchſten Ertrag gab, war in nicht genügender Menge vorhanden.

Die unumſtößlichen Regeln für die Anwendung konzentrierter Düngeſtoffe, die jeder Landwirt bei Feldverſuchen bedenken muß, ſind, kurz zuſammengefaßt, folgende:

1. Kein Mineralſtoff, wenigſtens von den für uns in Be⸗ tracht kommenden, kann den anderen in der Ernährung der Pflanze erſetzen.

Es mag z. B. für 1000 Getreideernten genügende Kieſelſäure im Boden vorhanden ſein, ſo erhält man doch keine genügende Ernte, wenn es an Phosphorſäure mangelt.

2. Es muß ſtets derjenige Stoff dem Boden zugeführt werden, den er im Verhältnis zum Verbrauche in geringſter Menge enthält.

Enthält ein Boden z. B. Kali für 50 Rübenernten, dagegen Phosphorſäure nur für fünf Ernten, beide Stoffe in gleich aufnehm⸗ barer Form, ſo iſt eine Zufuhr der letzteren unbedingt angezeigt und umgekehrt.

3. Die Nährſtoffe ſind nur alsdann als vorhanden zu betrachten, wenn ſie ſich in einer Form befinden, in der ſie für die Pflanzen aufnehmbar ſind.

Es wäre z. B. ein Ackerboden denkbar, der ganz außerordentlich reich an Phosphorſäure wäre und deſſen ſonſtige Beſtandteile ebenfalls in normalen Verhältniſſen vorhanden ſind, trotzdem trägt derſelbe keine Ernten, weil die Phosphorſäure in Form von Apatit, der für die Pflanzen unauflöslich iſt, vorhanden iſt.

4. Die Pflanzennährſtoffe müſſen im Boden möglichſt gleichmäßig und fein verteilt ſein, damit die Pflanze die⸗ ſelben überall leicht erreichen kann.

Eine Düngung mit Phosphorſäure erhöht z. B. faſt ſtets die Ernteerträge, ſelbſt wenn der Boden eine mehrfache Ernte an für die Pflanze löslicher Phosphorſäure enthält, weil die Ungleichheiten im Boden durch die neue Zufuhr ausgeglichen werden.

5. Es muß ſtets die mehrfache Menge der in der jedes⸗ maligen Ernte dem Boden zu entziehenden Pflanzennähr⸗ ſtoffe vorhanden ſein.

Wenn eine Zuckerrübenernte dem Morgen Land z. B. 47 Pfund Stickſtoff entnimmt, ſo genügt es nicht, daß bei der Ausſaat gerade dieſe 47 Pfund im Morgen enthalten ſind, weil es für die Wurzeln der Rüben unmöglich iſt, jedes kleinſte Teilchen des Ackers aufzuſuchen und demſelben ſeinen Stickſtoff zu entnehmen.