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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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20 Verwertung der Auswurfftoffe.

unteren Teil der Tonne laufen, oder indem man an dem Sitze des Abortes eine Vorrichtung anbringt, vermöge welcher die zu trennenden Stoffe in getrennte Tonnen ablaufen können, oder nach der Abfuhr durch Filtration. Für letzteren Zweck könnte man beiſpielsweiſe grob gepulverte alte Knochenkohle(ſ. ſpäter) benutzen, die dann zugleich den Phosphorſäuregehalt des zu gewinnenden Düngers erhöhen würde.

Die feſten Exkremente werden nun auf geheizten Platten ge⸗ trocknet, unter Umſtänden mit der Filtrierkohle zuſammen, indem man mit Krücken fleißig umrührt, oder man trocknet dieſelben in flachen Pfannen, die mit vielen kleinen Rührwerken verſehen ſind, wie ſolche von England aus ſehr empfohlen werden. Wendet man letztere an, ſo kann man auch den Urin ohne weiteres mit verdampfen, wenn man will, unter Zuſatz von Superphosphaten oder dergl.

Für den Urin allein exiſtiert jedoch eine Methode, die vortheilhafter als das direkte Eindampfen iſt, und ſchon vor Jahren in einer Fabrik zu Villette bei Paris praktiſch und mit Erfolg durchgeführt wurde. Ob dies jetzt noch der Fall iſt, iſt mir unbekannt. Dieſelbe beſchränkte ſich allerdings nur darauf, den Stickſtoff des Urins als den wertvollſten Beſtandteil desſelben zu gewinnen, erreicht dies aber auf die voll⸗ kommenſte und billigſte Weiſe.

Läßt man nämlich den Urin faulen, ſo zerſetzen ſich die in dem⸗ ſelben befindlichen ſtickſtoffhaltigen Subſtanzen ſo, daß ſich ſchließlich ſämtlicher Stickſtoff in Form von kohlenſaurem Ammoniak, dem⸗ ſelben Körper, der in Pferdeſtällen den Geruchsſinn ſo heftig angreift, befindet. Dieſes ammoniakaliſche Waſſer kann man dann mit Kalk deſtillieren, wie es weiter bei Beſprechung des Gaswaſſers(ſiehe ſpäter unter Ammoniakſalz) beſchrieben werden wird; es entwickelt ſich dabei Ammoniak, welches man in Schwefelſäure auffängt.

Man erhält auf dieſe Weiſe ſchwefelſaures Ammoniak, ein in un⸗ begrenzten Mengen verkäufliches Salz.

Der beim Faulen des Urins ſich bildende Bodenſatz enthält viel Phosphorſäure in Verbindung mit Magneſia und Ammoniak, ein für die Düngung ſehr wertvolles Salz.

Das Verfahren bietet den Vorteil, daß man ſehr viel Brenn⸗ material ſpart, weil nur etwa 1 der Flüſſigkeit zu verdampfen braucht, um allen Stickſtoff zu erhalten, und daß man ein leicht ver⸗ käufliches Produkt erzielt. Es hat aber den Übelſtand, abgeſehen von der unvollſtändigen Verwertung der im Urin enthaltenen Salze, daß die Fäulnis ſtets ein ekelerregender und der Ge⸗ ſundheit ſchädlicher Prozeß iſt. Könnte man es daher erreichen, das Faulenlaſſen des Harns durch chemiſche Mittel zu erſetzen, ſo wäre eine ſehr praktiſche und rentable Methode gefunden, wenigſtens den wertvollſten der in den Exkrementen enthaltenen Stoffe