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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
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Verwertung der Auswurfſtoffe. 19

Wollte man denſelben für ſich zur Trockne eindampfen, ſo würde man ſchließlich allerdings ein höchſt konzentriertes Produkt erhalten, dasſelbe würde aber ſtets zähe und klebrig bleiben und könnte da⸗ her vom Landwirte nicht anders, als in Waſſer gelöſt, verwendet werden.

Man verarbeitete daher den konzentrierten Urin in der Weiſe weiter, daß man Knochenmehl mit demſelben zu einem weichen Teige anrührte, das Gemenge trocknete und nötigenfall auf einem Kollergange oder einer Mühle nochmals zerkleinerte. Man könnte vielleicht noch beſſer denſelben bei Herſtellung von Super⸗ phosphaten oder von aufgeſchloſſenem Knochenmehle (ſ. ſpäter) zumiſchen.

Ein mit vielem Eklat in die Welt geſetztes Verfahren zu Ver⸗ arbeitung menſchlicher Exkremente war das Moſſelmannſche. Da⸗ nach werden dieſelben einfach mit gebranntem Kalke genmiſcht; letzterer löſcht ſich, indem er Waſſer bindet und ſo werden die halb⸗ flüſſigen Maſſen in kurzer Zeit ſo trocken, daß ſie geſackt und verſandt werden können. Betrachtet man dieſes Verfahren näher, fo erkennt man bald, daß ſein Wert gleich Null iſt. Wenn auch durch die beim Löſchen des Kalkes entſtehende Wärme viel Waſſer verdampft, ſo wiegt das fertige Produkt durch den Zuſatz von Kalk doch ebenſoviel, wie die friſchen Exkremente ge⸗ wogen haben; das Ziel, den Dünger zu konzentrieren, alſo reichhaltiger und dabei transportfähiger zu machen, iſt alſo vollſtändig verfehlt. Das Einzige was man erreicht hat, iſt, daß die trockene Maſſe jetzt leichter zu handhaben iſt, als die naſſe vorher, und dieſer Vorteil wird wohl kaum aufgewogen durch die bedeutenden Koſten für gebrannten Kalk, Arbeitslöhne ꝛc. Es iſt mir auch nicht bekannt, daß jemand verſucht hätte, im Großen nach dieſem Ver⸗ fahren zu arbeiten.

Ich könnte noch eine lange Reihe von Vorſchlägen und Methoden beſchreiben, die ſämtlich darauf hinausgehen, die menſchlichen Ex⸗ kremente in einen guten, konzentrierten Dünger zu verwandeln; da die⸗ ſelben jedoch zum Teile vollſtändig unbrauchbar ſind, weil ſie entweder große techniſche Mängel beſitzen, oder ihr Ziel ganz und gar verfehlen, oder aber, ſoweit dieſelben einen wirklichen Wert haben, ſämtlich auf ein und demſelben Prinzipe beruhen, nämlich darauf, das Waſſer der Exkremente durch Erwärmung zu entfernen, ſo teile ich hier nur die⸗ jenige Methode mit, die ich, nach dem jetzigen Stande dieſer Frage, für ausſichtsvoll halte.

Die feſten Exkremente werden nach derſelben zunächſt möglichſt von den flüſſigen getrennt, entweder ſchon in den Tonnen, in⸗ dem man in denſelben einen Siebboden anbringt, auf welchem ſich die feſten Exkremente anſammeln, wiührend die flüſſigen in den

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