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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
Entstehung
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18 Verwertung der Auswurfſtoffe.

wird man vielleicht im Laufe der Jahre noch gezwungen werden, die alten Rieſelfelder für eine längere Zeit ganz ruhen zu laſſen und neues Land in Benutzung zu nehmen.

Wo das Rieſelſyſtem nicht eingerichtet iſt, kann man dieſelben Re⸗ ſultate mit der Abfuhr(in Tonnen) erzielen; für dieſes Syſtem ſind die Anlagekoſten bedeutend geringer, wie für das Röhren⸗ ſyſtem, dagegen ſind die Betriebskoſten weſentlich höhere; das Abfuhrſyſtem gewährt jedoch den Vorteil, daß man die Latrine nach jedem beliebigen Orte fahren und dort verwerten kann, voraus⸗ geſetzt, daß die Transportkoſten nicht zu hoch werden..

Auch würde es, wenn die ſonſtigen Verhältniſſe es geſtatten, mög⸗ lich ſein, die Latrine auf konzentrierte Düngeſtoffe fabrikmäßig zu ver⸗ arbeiten.

Ich will in folgendem verſchiedene Verſuche beſprechen, die bis⸗ her gemacht worden ſind, die Auswurfſtoffe großer Städte zu ver⸗ arbeiten, bemerke jedoch ſogleich, daß keiner derſelben mit peku⸗ niärem Erfolge längere Zeit durchgeführt worden iſt; es mag das wohl vorzugsweiſe daran gelegen haben, daß alle dieſe Fabrikanlagen in eine Zeit fallen, in der man noch von allgemeiner Anwendung kon⸗ zentrierter Düngeſtoffe weit entfernt war, wo man daher jedem neu auftauchenden Dünger Mißtrauen und Vorurteil entgegentrug. Jetzt würde es vielleicht ſehr gut möglich ſein, eine derartige Induſtrie ins Leben zu rufen und rentabel durchzuführen.

Das einfachſte Verfahren, tieriſche Auswurfſtoffe zu kon⸗ zentrieren, iſt wohl daß Eindampfen derſelben mit oder ohne Zuſatz fremder Beſtandteile. Man gewinnt dabei ſelbſtverſtändlich alles, was dieſelben enthalten und der konzentrierte Dünger wird daher ebenſo wirken, wie der friſche, er wird in gewiſſem Sinne ein Normaldünger ſein.

Eine Fabrik, welche die ſtädtiſche Auswurfſtoffe ausſchließlich nach dieſer Methode verarbeitete, beſtand in Hannover. Dieſelbe mußte jedoch nach einigen Jahren ihren Betrieb einſtellen, da ſie wenig Nachfrage nach ihrem Produkte fand. In neuerer Zeit, wo die Nach⸗ frage nach konzentrierten Düngeſtoffen und der Preis der⸗ ſelben bedeutend geſtiegen ſind, würde eine ſolche Fabrik vielleicht mit mehr Erfolg arbeiten.

Nach dem Syſteme der erwähnten Fabrik wurden die feſten und flüſſigen Exkremente zunächſt getrennt und zwar ſogleich in den Ab⸗ fuhrtonnen, die zu dem Zwecke mit einem Siebboden oder mit ſonſt einer praktiſchen Vorrichtung verſehen waren.

Die feſten Exkremente wurden dann ohne weiteres für ſich, oder gemiſcht mir Knochenmehl oder Superphosphat, getrocknet. Der Urin wurde zunächſt in Abdampfpfannen, unter Zuſatz von etwas Säure mit ſogenannter verlorener Wärme konzentriert.

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