Die Düngung. 15
deren Zerſetzung ſie gebildet wurden, ſind die verſchiedenen Bodenarten dichter oder lockerer. Ein zu dichter Boden iſt für das Gedeihen der Pflanzen inſofern ungünſtig, als er der Ausbreitung der Wurzeln zu viel Widerſtand entgegenſetzt. Da außerdem ſeine Bearbeitung mit dem Pfluge ſtets nur eine unvollkommene ſein wird, ſo dringt die atmoſphäriſche Luft nur in ungenügender Menge in denſelben ein, die Zerſetzung der Bodenbeſtandteile durch letztere, als auch die Auflöſung der Nährſtoffe durch die Kohlenſäure kann daher auch nur in geringem Maße ſtattfinden.
Noch ſchlimmer iſt eine extreme Beſchaffenheit des Untergrundes in dieſer Richtung. Ein zu dichter Untergrund geſtattet dem Waſſer nur ſchwierig den Durchgang, es tritt daher Stagnation und darauf folgend Sumpf⸗ und Moorbildung ein.
Ein ſehr lockerer, ſehr durchläſſiger Untergrund dagegen iſt unter Umſtänden ebenſo ſchlecht, da alsdann die Feuchtigkeit der Acker⸗ krume allzuleicht in die Tiefe ſinken kann, ſo daß ein derartiger Acker im Sommer eher von Dürre leidet, als ein ſolcher mit dichterem Untergrunde.
Die Geſamtheit der phyſikaliſchen Eigenſchaften des Ackerbodens bildet den Maaßſtab für den Grad der dauernden Fruchtbarkeit des⸗ ſelben; iſt ein Boden dauernd unfruchtbar oder wenig ertragreich, ſo kann man ihn häufig durch Änderung ſeiner phyſikaliſchen Eigenſchaften, durch ſogen. Melioration,(Drainieren, Miſchen, Kälken oder Mergeln ꝛc.) verbeſſern.
Aber auch ein an ſich fruchtbarer Boden kann, ohne daß ſich ſeine phyſikaliſchen Eigenſchaften weſentlich ändern, nach und nach unfrucht⸗ bar werden. Durch die jährlichen Ernten wird nämlich ſeine chemiſche Zuſammenſetzung verändert, indem ihm gewiſſe Stoffe entzogen werden, die zum Gedeihen der Pflanzen unbedingt nötig ſind, er verarmt an Pflanzennährſtoffen. Der Landwirt erſetzt, um dieſer Verarmung vorzubeugen, dieſe Stoffe periodiſch durch
die Düngung.
Die älteſte Methode der Dingung iſt die mit Stallmiſt. Sie iſt zugleich die rationellſte und daher wirkſamſte, inſofern als ſie dem Boden nicht einzelne, ſondern die ganze Reihe von Stoffen zu⸗ führt, die die Pflanze zu ihrer Ernährung bedarf; außerdem aber ge⸗ währt ſie den großen Vorteil, daß ſie den Boden, vermittelſt des im Miſte enthaltenen Strohes locker, alſo den atmoſphäriſchen Einflüſſen zu⸗ gänglich macht und ihm eine große Menge organiſcher Subſtanzen zuführt, die bei ihrer Zerſetzung eine reichliche Menge Humus er⸗ zeugen. Die löslichen Humusſubſtanzen(humusſaures Ammoniak) und die aus dem Humus ſich fortwährend entwickelnde Kohlenſäure


