14 Eigenſchaften des Bodens.
kohlenſauren Magneſia und dem Eiſenoxyd des Bodens in bezug auf Phosphorſäure die Hauptwirkung dabei zuſchreiben, da mit Salzſäure ausgekochte, alſo von den fraglichen Sub⸗ ſtanzen befreite Ackererde die erwähnten Nährſtoffe nicht abſorbiert, mag ſie auch noch ſo feinpulvrig ſein.
Bei der ſpäteren Beſprechung der einzelnen Düngeſtoffe werden wir auf dieſen wichtigen Punkt ſpezieller zurückkommen.
2) Die Farbe des Bodens iſt inſofern in Betracht zu ziehen, als ein dunkel gefärbten Boden ſich leichter erwärmt als ein heller und die Wärme länger zurückhält. Da die ſchwarze Färbung vorzugsweiſe durch den im Acker ſich befindenden Humus hervor⸗ gebracht wird, ſo iſt letzterer ſchon aus dieſem Grunde wertvoll, ab⸗ geſehen von der großen Menge Kohlenſäure, die ſich bei ſeiner fortwährenden Zerſetzung bildet, und die wir als Nährſtoff und als Löſungsmittel für Nährſtoffe ſchon öfter erwähnt haben.
3) Die waſſerfaſſende und waſſeranhaltende Kraft des Bodens. Je nach ihrem Feinheitsgrade und ihrer Poroſität nehmen die verſchiedenen Bodenarten verſchiedene Quantitäten Waſſers beim Benetzen auf und halten dasſelbe dementſprechend verſchieden lange beim Trocknen zurück. Nach Schübler“) nehmen 100 Gewichtsteile
Quarzſand 25 Teile, Ackererde(Lehmboden) 52„
Grauer Thon.. 70„
Humus. 180„ Waſſer auf.
Von 100 Teilen abſorbierten Waſſers verdunſten nach dem⸗ ſelben in vier Stunden bei 15° R. aus Quarzſand.... 88,4 Teile „ Ackererde(Lehmboden) 32,0„ „ grauem Thone... 31,9„ „ Humus.... 20,5„
4) Die Haarröhrchenkraft des Bodens nennt man, nach Sprengel, ſein Vermögen, aus dem Untergrunde Flüſſigkeiten in die Höhe zu ſaugen. In den meiſten Fällen wird dieſe Eigenſchaft der Vegetation von Nutzen ſein, da auf dieſe Weiſe die oberen Teile des Ackers ſich feucht halten können, und da vielfach im Untergrunde ſich Salzlöſungen befinden, die ſo den Pflanzen zu gute kommen. Enthält jedoch der Untergrund, wie in manchen Fabrikorten, ſchädliche Stoffe, ſo kann dieſelbe Bodeneigenſchaft der Vegetation verderblich werden.
5) Konſiſtenz des Bodens und des Untergrundes. Je nach ihrer Zuſammenſetzung, d. h. je nach den Geſteinen, durch
*) Sprengel, Bodenkunde. Schumacher, Phyſik des Bodens.


