Eigenſchaften des Bodens. 13
ſammenſetzung des Bodens, das Verhältnis der in demſelben enthaltenen mineraliſchen Pflanzennährſtoffe zu einander und deren Menge an und für ſich ſehr verſchieden ſein müſſen, leuchtet ein.
Wir nennen einen Boden fruchtbar, wenn er nicht nur die den Pflanzen nötigen Nahrungsſtoffe in genügender Menge, ge⸗ nügender Löslichkeit und im richtigen Verhältniſſe zu einander enthält, ſondern auch vermöge ſeiner ſonſtigen(phyſikaliſchen) Eigenſchaften geſtattet, daß dieſe Nährſtoffe leicht in die Pflanze über⸗ gehen.
Von den Eigenſchaften des Bodens, abgeſehen von ſeiner chemiſchen Zuſammenſetzung, ſind vorzugsweiſe zu erwähnen:
1) Die Abſorptionsfähigkeit des Bodens: Jeder Boden hat mehr oder weniger die Fähigkeit, nicht nur die Beſtandteile der Atmoſphäre, alſo Sauerſtoff, Kohlenſäure, Ammoniak, Waſſer ec., ſondern auch die in Löſung befindlichen Nährſalze des Düngers an ſich zu ziehen und feſtzuhalten. Man nennt dieſe Eigenſchaft ſeine Abſorptionsfähigkeit.
Die Abſorptionsfähigkeit des Bodens für Gaſe und Dämpfe, die eine rein mechaniſche iſt(ſie hängt innig mit der Feinheit der Ackererde zuſammen; alle feinpulvrigen Subſtanzen ſaugen Gaſe ein und geben ſie beim Erhitzen wieder von ſich), iſt für den Landwirt von großem Werte, weil vermöge derſelben der Boden im ſtande iſt, auch bei mangelndem Regen die Pflanzen noch längere Zeit mit Waſſer zu verſorgen. Auch die vom Boden abſorbierten Gaſe, Kohlenſäure und Sauerſtoff, leiſten dem Landwirte große Dienſte. Wir haben ſchon geſehen, welche Rolle dieſelben bei der Bildung des Bodens ſpielen, die dabei entwickelte Thätigkeit aber ſetzen ſie im Boden fort; abgeſehen davon, daß ſie ſelbſt Pflanzen⸗ nährſtoffe ſind, tragen ſie auch dazu bei, andere Pflanzennährſtoffe, die in den unlöslichen Mineralien voorhanden ſind, in Löſung zu bringen und daher den Pflanzen zugänglich zu machen.
Die Abſorptionsfähigkeit des Bodens für Nährſalze iſt nicht minder wichtig; ohne dieſelben würden letztere durch jeden Regen ausgewaſchen werden, ein einziger Regentag würde den frucht⸗
barſten Acker vollkommen unfruchtbar machen.
Es iſt noch nicht mit abſoluter Sicherheit feſtgeſtellt, in welcher Weiſe dieſe Bindung der verſchiedenen Mineralſtoffe vor ſich geht. Früher neigte man ſich mehr der Anſicht zu, nach welcher dieſelbe eine Wirkung der Oberflächenanziehung iſt, ähnlich wie die entfärbende Eigenſchaft der Knochenkohle, doch iſt es neuerdings wahrſchein⸗ licher geworden, daß die gelöſten Mineralſtoffe durch chemiſche Ein⸗ flüſſe unlöslich gemacht werden, und zwar muß man den im Boden vorhandenen Kieſelſäureverbindungen ſſogen. Zeolithe) in bezug auf Kali und Ammoniak, dem kohlenſauren Kalk, der


