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Außer den eben beſprochenen gas⸗ oder dampfförmigen Gemeng⸗ teilen der Luft ſind in derſelben ſtets noch feſte Körper enthalten, Salze, Sand ꝛc. als Staub, und eine Reihe organiſierter Weſen(Pilzſporen ꝛc.) von mikroſkopiſcher Kleinheit; dieſelben inter⸗ eſſieren den Landwirt jedoch nur, wenn ſie ſich als Roſt auf ſein Ge⸗ treide lagern oder ihm gar ſelbſt als anſteckende Krankheit zu Leibe gehen; wir können die nähere Betrachtung derſelben übergehen.
Der Boden.
Betrachten wir einen Felsblock im Gebirge. Seine Oberfläche mag wie poliert erſcheinen, ſie zeigt ſich doch ſtets bei genauerer Be⸗ trachtung mit einer Menge unendlich feiner Riſſe und Spalten bedeckt. In dieſe dringt im Herbſt das Regenwaſſer ein, der Froſt des Winters macht das Waſſer gefrieren und, da das Eis einen größeren Raum einnimmt, als das Waſſer, aus dem es entſtand, ſo reißt es den Stein mit unwiderſtehlicher Gewalt auseinander, wie das gefrierende Waſſer die Flaſche ſprengt, die wir im kalten Zimmer ſtehen laſſen. Die Sprünge erweitern ſich, es entſtehen Quer⸗ ſprünge, und der nun kommende Frühjahrsregen ſpült den entſtandenen Staub in das Thal, wo ſich derſelbe als Schlamm, als Boden, ablagert. Gleichzeitig tritt auch die in Luft und Waſſer vorhandene Kohlenſäure, ſo ſchwach ſie als Säure iſt, mit ihrer löſen⸗ den und der Sauerſtoff der Luft mit ſeiner oxydierenden Kraft in Thätigkeit und was den phyſikaliſchen Kräften widerſtand, fällt den chemiſchen zum Opfer. Wir bezeichnen dieſen Vorgang als Verwitterung. Tauſende und Millionen von Jahren gehören dazu, einen auch nur mäßigen Felſen zu zerſtören, aber die ewig wirkenden Kräfte der Natur erreichen doch ſchließlich ihr Ziel und erzeugen ſo die großen, fruchtbaren Ebenen, die ſich am Fuße der Gebirge ausdehnen.
Auch pflanzliche Gebilde(Bazillen, Algen, Mooſe) tragen zur Zerſtörung der Geſteige, alſo zur Bildung von Boden bei.
Es gelingt ſelten, in einem Boden die Gebirgsart nachzu⸗ weiſen, aus der er entſtanden iſt, da er meiſt ein Gemenge von Zer⸗ ſetzungsprodukten der verſchiedenſten Geſteine iſt, letzteres aber gerade macht ihn für die Landwirtſchaft beſonders wertvoll, weil er nur ſo die univerſellen Eigenſchaften erhalten konnte, die er beſitzt.
Je nachdem aber der Ackerboden aus den Zerſetzungsprodukten der einen oder anderen Gebirgsart in vorwiegender Menge beſteht, wird er in ſeinen Eigenſchaften verſchieden ſein; wir haben ſchweren Sandboden, wenn derſelbe vorzugsweiſe aus Sandſtein, milden thonigen Boden, wenn er aus Keuper entſtanden iſt; ver⸗ witterter Granit oder Baſalt ſetzt einen mehr oder weniger ſandi⸗ gen Thonboden ab ꝛc. Daß infolge deſſen auch die chemiſche Zu⸗


