6 Aſſche der Pflanzen.
einer organiſchen, der Kohlenſäure nahe ſtehenden Säure, aufgefunden. Dieſer oxalſaure Kalk erſcheint in der Aſche als kohlenſaurer Kalk.
Eins iſt aber mit Sicherheit bekannt, und das iſt gerade für den Landwirt das wichtigſte, daß alle dieſe Mineralſtoffe und daß ſie konſtant in den Pflanzen vorkommen, daß ſie für das Leben derſelben weſentlich ſind, ſo gering auch oft ihre Menge im Verhältniſſe zu der der anderen Stoffe iſt, und daß auch die ein⸗ zelnen Gemengteile der Aſchen für die beſtimmten Pflanzengattungen konſtant ſind. Der Phosphorſäuregehalt von 47 Proz in der Aſche des Weizenkornes wird ſich z. B. nie durch eine entſprechende Menge Kieſelſäure erſetzen laſſen. Wenn die grüne Weizenpflanze nicht genug Phosphorſäure aufſpeichern kann, um die ſich entwickelnden Samen damit zur Genüge zu verſehen, ſo wird die Ähre taub bleiben und wäre das Tauſendfache der nötigen Kieſelſäure vorhanden. Es iſt damit nicht geſagt, daß die Pflanzen ſich abſtoßend gegen alle Subſtanzen verhielten, die nicht in ihren Organismus paſſen; eine Pflanze, deren normale Aſche kein Chlornatrium enthält, könnte unter Umſtänden auf ſtark kochſalzhaltigem Boden bedeutende Mengen dieſes Stoffes aufnehmen, dann wird ſich aber ſtets im günſtigſten Falle die Organiſation derſelben ändern, meiſt aber wird ſich dieſe fehlerhafte Ernährung als Vergiftung qualifizieren.
Es ſoll damit auch nicht geſagt ſein, daß niemals Schwankungen in dem Gehalte der Pflanzen an den einzelnen Mineralſtoffen ſtatt⸗ fänden. Ebenſo wie der Phosphorſäuregehalt in einem tieriſchen Organismus, ſagen wir z. B. in einem Ochſen, durch das größere oder geringere Gewicht des Knochengerüſtes im Verhältniſſe zur Fleiſchmaſſe ſchwankt, ſo ſchwankt auch der Phosphorſäure⸗ oder Kaligehalt der Pflanzen, auch derſelben Varietät, je nach dem Standorte, der Witterung, der Düngung u. ſ. w. In Wolffs Aſchenanalyſen finden ſich auch dieſe Schwankungen verzeichnet, doch will ich dieſelben nur andeuten, da dieſelben im Ganzen für den praktiſchen Landwirt wenig Wert haben. Eine ausführliche Behandlung dieſes Gegenſtandes an dieſer Stelle würde nur verwirren. Ich habe daher in die obenſtehende Tabelle nur die mittlere Zuſammenſetzung der Aſchen eingefügt.
Wir haben bisher geſehen, aus welchen Stoffen die Pflanze be⸗ ſteht, ſehen wir zu, woher ſie dieſelben ſich verſchafft; denn wie der Menſch, das Tier ſtickſtoffhaltige Subſtanzen genießen müſſen, um die ſtickſtoffhaltigen Teile ihres Körpers zu erzeugen oder zu erhalten, wie das Kind notwendig Phosphorſäure und Kalk zu ſich nehmen muß, um die weichen Knorpel feiner Gliedmaßen mit feſter Maſſe auszufüllen, ſo muß auch die Pflanze Kohlenſtoff, Waſſer⸗
f
——
———————


