Aſche der Pflanzen. 5
Gegenüber dem Kali und der Phosphorſäure treten alle anderen Aſchenbeſtandteile in den Hintergrund. Natron, obgleich es dem Kali chemiſch ſehr nahe ſteht, tritt doch nur in wenigen Pflanzengattungen, vorzüglich in See⸗ und Seeſtrandpflanzen, in weſentlichen Mengen auf.
Kalk und Magneſia treeten ſchon mehr hervor; ſo iſt erſterer namentlich in manchen hier nicht aufgeführten Holzarten die vor⸗ wiegende Baſis, während die Kalimenge in dieſen Fällen nur etwa der Kalkmenge ausmacht.
Thonerde und Eiſenoxyd, trootzdem ſie jeder Ackerboden in reichlichſter Menge enthält, finden ſich, wie wir aus der Tabelle ſehen, nur in ſehr unbedeutender Menge in den Pflanzen, ebenſo die Schwefel⸗ ſäure.
Man findet in den meiſten Pflanzenaſchen nicht unbedeutende Mengen von Kohlenſäure. Dieſelbe iſt aber nach unſeren bis⸗ herigen Erfahrungen ſtets das Produkt der Verbrennung des in den Pflanzen enthaltenen Kohlenſtoffes und darf daher den mineraliſchen Beſtandteilen nicht zugezählt werden. Sie iſt daher auch in der Tabelle nicht mit aufgeführt, die in derſelben angegebenen Zahlen beziehen ſich auf kohlenſäurefreie Aſche(Reinaſche). Die Menge derſelben in der Rohaſche iſt, nebenbei, ſehr ſchwankend, je nach der Temperatur, die bei der Verbrennung angewandt wurde.
In der Tabelle findet man weder Salpeterſäure, noch Ammoniak, zwei Stickſtoff-Verbindungen, die man ent⸗ ſchieden den anorganiſchen zuzählen muß und die man in allen Pflanzenſäften nachgewieſen hat. Wegen ihrer Flüchtigkeit und Zerſetzbarkeit in der Hitze können ſie ſich jedoch nicht in der Aſche befinden. Die Zuſammenfaſſung der anorganiſchen Pflanzen⸗ beſtandteile unter dem Worte„Aſche“ iſt daher in mancher Hinſicht unzutreffend; da ſie aber allgemein üblich iſt, und da wir wiſſen, was darunter zu verſtehen iſt, behalten wir den Ausdruck bei.
Welche Rolle die Mineralſtoffe im Leben der Pflanzen ſpielen, darüber haben wir bis jetzt noch gar keine ſichere Erfahrung. Es iſt wahrſcheinlich, daß ſie überhaupt in ganz anderer Verbindung im Organismus auftreten als in der Aſche. So haben wir z. B. des Phosphor⸗ und Schwefelgehaltes der Proteinſtoffe Er⸗ wähnung gethan, dieſe beiden Elemente finden wir als Phosphor⸗ ſäure und Schwefelſäure unter den Aſchenbeſtandteilen wieder. Wir finden z. B. Chlorkalium in einer Aſche. Wer ſagt uns, ob das⸗ ſelbe als ſolches im Pflanzenſafte aufgelöſt war, oder ob Chlor und Kalium, jedes für ſich, mit anderen organiſchen oder anorganiſchen Subſtanzen verbunden waren? So hat man, um nur eins zu er⸗ wähnen, in außerordentlich vielen Pflanzenteilen mikroſkopiſch kleine Kryſtalle von oxalſaurem Kalk, alſo eine Verbindung von Kalk mit


