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Die käuflichen Düngestoffe, ihre Zusammensetzung, Gewinnung und Anwendung / von A. Rümpler
Entstehung
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Aſche der Pflanzen. 3

Waſſerſtoff und 49,383 Proz. Sauerſtoff. Andere Pflanzenſtoffe, wie das giftige Prinzip des gefleckten Schierlings, des Coniin, beſtehen aus Kohlenſtoff, Waſſerſtoff und Stickſtoff, das giftige Strychnin und das heilſame Chinin enthalten Kohlenſtoff, Waſſerſtoff, Stickſtoff und Sauerſtoffz; endlich giebt es noch eine Reihe von Pflanzenſtoffen, die außer den vier eben genannten Elementen noch etwas Schwefel und Phosphor enthalten, unter anderen die für die Ernährung des Menſchen unentbehrlichen Protein⸗ ſtoffe, die ſich als Kleber im Getreide, als Legumin oder Pflanzencaſein in den Hülſenfrüchten in bedeutender Menge be⸗ finden und auch ſonſt in allen Pflanzenteilen anzutreffen ſind. Aus dieſer kurzen Überſicht erſieht der Leſer, daß ein Stoff in allen orga⸗ niſchen Körpern vorherrſcht, nämlich der Kohlenſtoff, er iſt das Kennzeichen für alle dieſe Stoffe; beim Erhitzen derſelben ſcheidet er ſich als ſchwarzer Körper aus(die betreffenden Stoffe verkohlen). Bei weiterem Erhitzen an der Luft verſchwindet die Schwärzung wieder, der Kohlenſtoff verbrennt, indem er ſich mit dem Sauerſtoff der Luft zu Kohlenſäure verbindet.

Verbrennt man einen aus der Pflanze rein dargeſtellten organi⸗ ſchen Stoff, z. B. Zucker, ſo bleibt ſchließlich nichts Sichtbares von demſelben übrig, denn außer Kohlenſtoff ſind auch Waſſerſtoff, Sauer⸗ ſtoff, Stickſtoff, Schwefel und Phosphor brennbar oder ſich verflüchtigende Stoffe; verbrennt man dagegen einen ganzen Pflanzenteil, ſo bleibt ſtets ein gewiſſer Reſt zurück, der nicht weiter verbrennlich iſt. Man bezeichnet denſelben allgemein als Aſche. Da die die Aſche bildenden Stoffe ausſchließlich dem Mineralreiche angehören, ſo faßt man ſie meiſt unter dem Begriffe der mineraliſchen oder auch anorganiſchen Beſtandteile der Pflanzen zuſammen.

Im Gegenſatze zu den organiſchen Pflanzenbeſtandteilen zeigen die Aſchen eine viel größere Reichhaltigkeit der Grundbeſtand⸗ teile, denn der größte Teil aller bekannten chemiſchen Ele⸗ mente iſt in denſelben aufgefunden worden. Dagegen iſt die Ver⸗ bindungsart derſelben unter einander eine einfachere; ſie ſind alle zu Baſen und Säuren und dieſe wiederum zu Salzen ver⸗ einigt.

Folgende Tabelle giebt eine Überſicht der in den wichtigſten Kultur⸗ gewächſen enthaltenen mittleren Aſchenmengen und der Zuſammen⸗ ſetzung der letzteren. Die in denſelben aufgeführten Zahlen ſind Wolffs Aſchenanalyſen*) entnommen. Wer ſich ſpezieller dafür intereſſiert, findet die meiſten der bisher ausgeführten Analyſen in dieſem vor⸗ züglichen Werke.

*) Berlin, Verlagsbuchhandlung Paul Parey. 1*