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ſehr groß. Unſere Hausente ſtammt von der gemeinen wil⸗ den Ende, anas Boschas, und die gemeine Race der erſte⸗ ren hat auch mit der wilden Ente die größte Aehnlichkeit.
Eine von unſerer gewöhnlichen Ente ſehr verſchiedene Art iſt die Biſamente, anas moschata, aus Braſilien ſtammend, in Deutſch⸗ land häufig türkiſche Ente genannt. Sie iſt zwar bedeutend größer, als unſere gemeine Ente, doch ziehen ſie nur ſelten die Entenbalter dieſer vor.
§. 730. Die Enten haben die ähnliche Natur, wfe die Gänſe, ſind aber weit gefräßiger und geſchäftiger ſich Nahrung zu ſuchen, und können ſich da, wo ſie ihr Element, Waſſer, finden, faſt das Sandt Jahr hindurch ohne Bei⸗ futter ernaͤhren.
§. 731. Die Enten paaren ſich und legen etwas ſpaä⸗ ter, als die Gaͤnſe. Sie ſind 6 bis 8 Jahre zur Zucht brauchbar. Sie legen ziemlich viele Eier, und man erübrigt einen Theil derſelben zum Hausverbrauche und behaͤlt deren noch genug zur Zucht übrig. Um ſie zum Brüten zu brin⸗ gen, muß man die nach und nach gelegten Eier im Neſte laſſen; zeigt dann die Ente Neigung zum Bruͤten, ſo legt man ihr beſſer friſche Eier unter. Die Behandlung waͤhrend des Bruͤtens iſt wie bei den Gänſen(§. 721) und die Brut⸗ zeit dauert auf faſt ſo lange. 8 Oft läßt man ſie auch durch Welſchen oder Hühner ausbrüten.
§. 732. Man gibt den jungen Entchen Brodkrumen,
angefeuchtetes Gerſtenſchrot mit jungen Brenneſſeln, Salat
oder Kohl, und nach 8 bis 10 Tagen können ſie ſich ſchon auf dem Waſſer naͤhren. Sie wachſen bei reichlicher Nah⸗ rung außerordentlich ſchnell auf.
§. 733. Auch iſt die Ente bei reichlicher Fuͤtterung
(äͤhnlich wie die fuͤr die Gänſe angegebene) ſehr ſchnell ge⸗ mäſtet und ihr Nutzen beſteht auch hauptſächlich in dem gu⸗ ten Braten, den die erzogenen Enten vom Sommer bis zu
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