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in einigen Ländern des ſuͤdlichen Deutſchlands die große Garten⸗ oder Weinbergsſchnecke, helix pomatia, als Faſten⸗ ſpeiſe geliebt, und zu dem Ende eigens Schneckenzucht, oder richtiger Schneckenmaſtung, getrieben.
Man findet den Betriebszweig namentlich in mehreren Thälern der ſchwäbiſchen Alb, von wo die Schnecken im Handel nach Oeſtreich gehen. Neuerer Zeit iſt dieſer Erwerbszweig jedoch im Abnehmen.
§. 764. Man hat zu dem Behufe in einem Garten oder auf einem Raſenplatze Kaͤſten, aͤhnlich wie die Käſten zu Miſtbeeten, mit einem etwa 2 Fuß hohen Bretterrande; uüͤber dieſen Käſten iſt eine enge Lattendecke, ſo daß die Schnecken nicht entweichen können; manche Käſten ſind auch
unbedeckt, und man ſucht dann auf verſchiedene andere Weiſe
das Herauskriechen der Schnecken zu verhuͤten.
§. 765. Die Beſitzer dieſer ſogenannten Schneckengär⸗ ten laſſen die Schnecken zu Anfang des Sommers in den Hecken, Gebuͤſchen ꝛc. ſammeln, ſtreuen Moos auf den Bo⸗ den der Schneckenbehälter und ſchütten die Schnecken hinein. Hier werden ſie täglich mit Salat, Kohlblättern, Wegwart und anderen Blättern von wildwachſenden Pflanzen gefuͤttert. Im Herbſte bilden die Schnecken an der Oeffnung ihres Gehäuſes einen feſten Deckel, worauf ſie in Faͤſſer geſchla⸗ gen und verſendet oder auch von den Züchtern ſelbſt ver⸗ ſpeißt werden.
Grißh


