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Ziegenhaltung in Deutſchland und Frankreich weſentlich er⸗ hoͤhen zu koͤnnen, und führte zu dem Ende die tibetaniſche Ziege ein, um die einheimiſchen damit zu veredeln. Die Sache hat aber bis jetzt wenig Fortgang gehabt.
Durch Jaubert und Terneaux kamen im Jahre 18ũ8 zahl⸗ reiche Transporte tibetaniſcher Ziegen nach Frankreich. Von die⸗ ſen kamen ſpäter nach Würtemberg, Sachſen u. ſ. w.
701. Die Zeit des Flaumſammelns iſt im Maͤrz und April. Man kaͤmmt denſelben mittelſt hoͤlzerner Kaͤmme alle
1¹1 Tage aus. Die groͤberen Haare müſſen dann ausgeſon⸗
dert werden, was ziemlich ſchwierig iſt. Man ſoll bis 3 Unzen Flaum von der tibetaniſchen Ziege erhalten, welcher früher ſehr theuer bezahlt wurde, neuerer Zeit aber wenig geſucht iſt.
M. ſ. das 6. Heft von Weckherlin’s Abbildungen.
702. Als Maſtvieh hat die Ziege einen weit geringe⸗ ren Werth als das Schaf, theils weil ſie ſich wenig zur Maſtung qualificirt, theils weil ſie ein ſchlechteres Fleiſch liefert.
Beliebt iſt das Fleiſch der jungen etwa 4 Wochen alten Zicklen; an manchen Orten hat man auch Ziegenhämmel(jung eaſtrirte Zie⸗ genböcke), welche ein nicht übeles Fleiſch liefern ſollen.
Die Hant der Ziege liefert beſſeres Leder, als die des Schafs.


