Teil eines Werkes 
2. Bandes 1. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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Orittes ECapitel. Die Ziege.

§. 691. Die Ziege, Capra, iſt eine den Wiederkäuern angehoͤrige Thiergattung, welche in ihrer Natur mit dem Schafe in ſo vielen Stücken uͤbereinſtimmt, ja ſelbſt mit dieſem begattet werden kann, daß beide Gattungen von manchen Naturforſchern nur als eine angenommen werden (ſ.§. 307).

§. 692. Die gewoͤhnliche Ziege, Capra Hircus L., zahnt, begattet ſich, traͤgt dieſelbe Zeit, wie das Schaf; bringt aber gewoͤhnlich 2 Junge, mitunter deren drei zur Welt. Sie iſt uͤbrigens klüger, lebhafter, und vertraͤgt die Hitze leichter, und iſt weniger weichlich, als das Schaf. Feuchte, tiefe Weiden ſind ihr auch ſchaͤdlich. In der Wahl des Futters iſt ſie ſehr launenhaft; ſie genießt alle die Ge⸗

genſtaͤnde, welche das Schaf verzehrt, zieht jedoch Baum⸗

und Strauchblätter mehr vor, und liebt weſentlich die Ab⸗ wechslung. 3

Weil die Ziege die Baumknospen, auch die Rinde des jungen Holzes abnagt, iſt ſie ein ſehr unbeliebter Gaſt in den Waldungen und jungen Baumpflanzungen.

§. 693. Es gibt mehrere Racen von Ziegen, von denen die gemeine Ziege, die Cachemir⸗ der tibeta⸗ niſche Ziege und die Angora⸗Ziege fuͤr uns die wichtigeren ſind. Die Cachemirziege unterſcheidet ſich von unſerer gemeinen Ziege hauptſächlich durch ihren ſtarken ſeidenartigen Flaum, welcher unter den längeren Haaren auf der Haut ſitzt, und der ausgekaͤmmt und zu feinen Fabrikaten(Swals) benutzt wird; dann durch die eigenthüm⸗ liche Stellung der Hoͤrner. Die angoriſche Ziege hat ebenfalls

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