Teil eines Werkes 
2. Bandes 1. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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§. 683. Im Sommer giebt man den Eſeln gewöͤhnlich geringes Grünfutter, namentlich Diſteln und anderes Un⸗ kraut, oder laͤßt ſie auch weiden; im Winter erhalten ſie wenig Heu, weiches Stroh, Kaff, geſottene Kartoffeln, höchſtens etwas Kleie. Zur Tränke giebt man klares Waſſer.

§. 684. Auch die ſonſtige Pflege der Eſel iſt ſehr we⸗ nig ſorgſam; man weiſet ihnen irgend einen Winkel zum Lager an, putzt ſie nur wenig und denkt nicht daran, alle die vielen Regeln bei ihnen zu befolgen, welche für eine gute Pflege des Pferdes als ſehr wichtig betrachtet werden; und dennoch befinden ſie ſich faſt immer wohl, und leiſten mehr, als man bei ſo ſchlechter Ernaͤhrung und Pflege erwarten dürfte. Der Eſel hat auch einen ſo feſten Huf, daß das Beſchlaͤge gewöhnlich entbehrt werden kann; in ſcharfſteini⸗ gen Wegen werden jedoch leichte Eiſen aufgeſchlagen.

Mehrere Generationen hindurch fortgeſetzte Sorgfalt in der Aus⸗ wahl der Zuchtthiere, in der Aufzucht und Pflege würde gewiß ganz andere Thiere zur Folge haben, als wir ſie gewöhnlich ſehen. In⸗

deſſen der Eſel iſt nun einmal in Deutſchland ein verachtetes Thier und wird es auch wohl bleiben.

Zweites Capitel. Das Maulthier.

8. 685. Bekanntlich koͤnnen die beiden Hauptarten des Pferdegeſchlechts, das gemeine Pferd und der Eſel, zuſam⸗

men gepaart werden und es entſtehen aus dieſer Paarung

Baſtarde, welche wir Maulthier, mulus, nennen, wenn die Mutter eine Pferdeſtute und der Vater ein Eſelhengſt war; Mauleſel, hinnus, dagegen, wenn die Mutter eine Eſel⸗ ſtute, der Vater ein Pferdehengſt iſt.