Teil eines Werkes 
2. Bandes 1. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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Im Allgemeinen darf angenommen werden, daß der Eſel taͤnger brauchbar bleibt, ein höheres Alter erreicht, als das Pferd(§. 505). §. 680. Er kann zwar als Hauptnutzthier bei der

Landwirthſchaft nicht dienen, und namentlich das Pferd nicht

erſetzen; doch hat er als Arbeitsthier immerhin einen bedeu⸗ tenden Werth, indem er ſich vorzugsweiſe zum Laſttragen in gebirgigen Gegenden eignet, wo der Transport mittelſt der an Waͤgen geſpannten Zugthiere zu ſchwierig oder ſelbſt unmoͤglich iſt. Aber auch außerdem iſt dieſes Thier für landwirthſchaftliche Zwecke häufig mit Nutzen zu gebrauchen, wie zu leichten Fuhren(z. B. Gruͤnfutter einzufahren, Steine von den Feldern wegzubringen, Milch nach der Stadt, Getreide nach der Mühle zu bringen, Mehl von da zu holen ꝛc.), oder zu verſchiedenen leichten Feldarbeiten (Saͤemaſchinen, leichte Walzen ꝛc. zu ziehen), oder Maſchi⸗ nen verſchiedener Art in Bewegung zu ſetzen(Waſſerpumpen, Buttermaſchinen, Haͤckſelmaſchinen ꝛc.).

In vielen größeren Wirthſchaften könnten einige dieſer Thiere mit weſentlichem Nutzen gehalten werden. Ich ſah z. B. das Fut⸗ ter für 32 Stück Kühe von 2 Eſeln den ganzen Sommer über ein⸗ fahren, ja in den Niederlanden ſah ich auf Sandboden die Pflugar⸗ beit recht gut mit Eſeln verrichten.

§. 681. Wenn Zucht von Eſeln betrieben werden ſoll, ſo iſt die Auswahl der Zuchtthiere nicht gleichgültig, denn durch ſtete Vernachläßigung in der Pflege findet man dieſe Thierart häufig ſchwaͤchlich und unanſehnlich; man muß deß⸗ halb ſtarke, kräftige Zuchtthiere nach Moͤglichkeit zu erhal⸗ ten ſuchen. Sie können übrigens nach zuruͤckgelegtem zwei⸗ ten Jahre ſchon gepaart werden. Die Begattungszeit faͤllt ins Frühjahr und die Trächtigkeit dauert, wie beim Pferde, 11 Monate.

§. 682. Man läßt die Eſelfuͤllen gewöhnlich a bis 5 Monate an der Mutter ſaugen, verabreicht ihnen dann die⸗ ſelbe Nahrung, wie den Eltern, und gewöhnt ſie ſchon mit 1 ½ Jahren allmaͤhlig zur Arbeit.