Teil eines Werkes 
2. Bandes 1. Abtheilung (1839) Specielle Pflanzenproductionslehre
Entstehung
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Deßhalb entſprechen die Localverhaͤltniſſe einer Thierart mehr

oder weniger, und deßhalb iſt ihr Wohlbefinden um ſo eher gefährdet oder um ſo geringer, je weniger die äußeren Ver⸗ haͤltniſſe mit ihren natürlichen Bedürfniſſen übereinſtimmen.

Unſere Hausthiere ſtehen, der Vollkommenheit ihrer Organiſa⸗ tion nach, meiſtens auf der oberſten der hier gedachten Stufen, und ihre Nuͤtzlichkeit zu verſchiedenen Zwecken hängt großentheils von dieſer hoͤheren Vollkommenheit ihrer Organiſation ab.

§. 14. In ähnlicher Art finden wir einen großen Unter⸗

ſchied in der Zeit, welche ſie zu ihrer Entwickelung bedürfen,

und in der Lebensdauer der verſchiedenen Thiere.

Die vollkommener organiſirten Thiere entwickeln ſich meiſtens lang⸗ ſamer und haben auch meiſtens eine längereLebensdauer, als die unvollkom⸗ mener organiſirten. Aeußere Umſtände können bei Thieren einerlei Art die Lebeusdauer verlängern oder abkürzen.(§. 13 und 15).

§. 15. Je nachdem der Lebensprozeß eines Thieres raſcher oder langſamer und ſein Koͤrper von groͤßerem oder kleinerem Umfange iſt, bedarf daſſelbe eine groͤßere oder ge⸗ ringere Menge von Nahrung. Dieſes Beduͤrfniß ſteigt in dem Verhaͤltniſſe, wie ſeine Körperkraͤfte mehr in Anſpruch genom⸗ men werden. Wird unter ſonſt gleichen Umſtaͤnden die Nah⸗ rungsmenge vermehrt, ſo wird der Lebensprozeß dadurch geſteigert und zugleich ein Zunehmen des Koͤrperumfangs be⸗ foͤrdert. Wird die zu einem Verharren im gleichen Zuſtande erforderliche Nahrungsmenge vermindert, ſo wird der Le⸗ bensprozeß herabgeſtimmt und eine Abnahme des Kördete umfangs iſt die Folge.

Die Steigerung mittelſt der zugeſetzten Nahrung hat jedoch ihre Grenzen, da das Thier nur eine gewiſſe Menge von Nahrungs⸗ ſtoffen in beſtimmter Zeit verdauen kann(f. 5. Capitel dieſer Ab⸗ theilung).

§. 16. Die in landwirthſchaftlicher Hinſicht wichtigſten Hausthiere nähren ſich hauptſaͤchlich von Pflanzen, und zwar vorzugsweiſe von gras⸗ und kleeartigen. Ihre Natur iſt von