196 Miineraliſche Duͤngungsmittel. 3
ſehr wohlfeil haben kann. Dieſen Werth kann ſie jedoch nur da haben, wo der Boden durch Niiſtduͤngung in Kraft geſetzt iſt. Auf einem ausgezehrten Boden wuͤrde ſie der Erwartung nicht entſprechen. Deshalb iſt ſie auch nur da in großen Ruf gekommen, wo ſich der Acker in jenem Zuſtande befindet. Ihre Wirkung iſt alsdann auch nachhaltig, und man behauptet ſie auf 10
3 bis 12 Jahre zu verſpuͤren, jedoch wohl nicht, wie Benekendorf ſagt, ohne weitere Miſtduͤngung.
§. 92. peſcheden dere. Wo Holz in ſo großem Ueberfluſſe vorhanden iſt, und ſo wenig Abſatz findet, daß man dereien. es nicht vortheilhafter als zur Pottaſchenſiederei benutzen kann, bedient man ſich des Ruͤckſtan⸗ des, nachdem das Kali ausgelaugt worden, mit ſo großem Nutzen zur Duͤngung, daß man dieſe manchmal als einen zureichend belohnenden Vortheil der ganzen Anlage betrachtet. Man bringt ſie auf aͤltere Aecker, oder man ſetzt dadurch den abgeholzten und umgebrochenen ßorſt⸗ grund um ſo ſchneller in Kraft. Jede Haushaltung pflegt uͤbrigens etwas ausgelaugte Holzaſche zu haben. Waͤre es auch nur wenig, ſo verdient ſie doch aufbewahrt und gehoͤrig benutzt zu werden. haͤufig geſchieht, klumpweiſe auf den Miſthaufen geworfen, ſo kommt ſie wenig zu Nutzen, in⸗ dem die Aſche durchaus duͤnn vertheilt ſeyn muß, wenn ſie eine gute Wirkung thun ſoll, zuſam⸗ mengehaͤuft aber gerade den Fleck unfruchtbar macht, worauf ſie faͤllt.
*. 93. Die Torfaſche iſt nicht nur von der Holzaſche ſehr verſchieden, indem man in allen mir . bekannten Unterſuchu hat, ſondern ihre Beſtandtheile weichen auch in den verſchiedenen Torfarten auffallend von ein⸗ Der Kalk iſt ihr uͤberwiegender Beſtandtheil, vorausgeſetzt, daß der Torf nicht vielen Sand eingemengt enthielt. Der Kalk befindet ſich darin im freien und kohlenſauren, oder im ſchwefel⸗, phosphor⸗ und eſſigſauren Zuſtande. Sie enthaͤlt mehrentheils einen betraͤchtli⸗ chen Zuſatz von Eiſenoxyd und zuweilen auch von Vitriol, wenn dieſer durch heftige Glut nicht
zerſetzt iſt.. 3 Nach der Verſchiedenheit dieſer Beſtandtheile richtet ſich wahrſcheinlich die Verſchiedenheit ihrer dungenden Kraft, die man von ihrer Aufbringung auf Aecker und Wieſen hier und dort bemerkt hat. Allein wir haben noch zu wenig Analyſen der Torfaſche mit Ruͤckſicht auf dieſe duͤngende Kraft, als daß man etwas ſicheres daruͤber ſagen koͤnnte. Die leichte und lockere Aſche hat man allgemein wirkſamer wie die ſchwere gefunden; ohne Zweifel, weil letztere zu diel Kieſelerde hatte. Einige geben der weißen und grauen, andere der roͤthlichen einen Vorzug. Die letztere Farbe ruͤhrt vom Eiſenoryd her. Ich habe von einer rothbraunen, ſehr viel Eiſen, aber auch viel Kieſelerde enthaltenden Aſche, faſt mehr nachtheilige als vortheilhafte Wirkungen geſehen(vergleiche Hermbſtaͤdts Archiv der Agrikulturchemie, S. 354), weshalb ich bis jetzt nicht glauben kann, daß dem Eiſenoxyd eine vortheilhafte Wirkung beizumeſſen ſey. 4 verdient die Sache aber noch genauere Aufmerkſamkeit in Gegenden, wo vieler Torf gebrannt
Die Torfaſche.
ander ab.
wird. Denn hier wendet man die Aſche um ſo mehr zum Duͤnger an, da ſie zu anderm Behui
nicht benutzt werden kann.
In einigen Gegenden von England und Holland brennt
des Duͤngers willen zur Aſche. Betraͤchtliche Torfmoore, die keinen Abſatz ihres u als 4— 3 euer⸗
Wird ſie, wiee
ngen gar kein freies und nur ſehr wenig neutraliſirtes Kali darin gefunden
man aber auch den Torf bloß um
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