Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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Minneraliſche Duͤngungsmittel. 92

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Feuermaterial haben, werden dazu benutzt. Man fuͤhrt Oefen von Steinen oder Lehm auf, legt unten auf den Roſt erſt trocknen, daruͤber aber friſchen naſſen Torf, ſo wie er aus dem Moore geſtochen wird. Erſterer wird angezuͤndet, die Glut trocknet den naſſen Torf aus, und theilt ſich ihm bald mit, ſo daß ſie hernach beſtaͤndig erhalten werden kann, faſt ohne daß

man trocknen Torf wieder zuzulegen noͤthig haͤtte. Man ſucht naͤmlich dieſe Glut gehoͤrig zu

maͤßigen, weil Jedermann uͤberzeugt iſt, daß die Aſche viet von ihrer duͤngenden Wirkung ver⸗ liere, wenn ſie mit zu großer Heftigkeit gebrannt wuͤrde. Die Aſche wird unter dem Roſte herausgezogen, und ſo dauert der fabrikmaͤßige Betrieb immer fort, indem die bereitete Aſche weithin geholt wird. 3 8

§. 94.

Man hat der Aſche, verbunden mit der Wirkung des Feuers, in England neuerlich eine Verbrennung ſo große Kraft zugeſchrieben, daß man den Rath gegeben, nicht nur die hohe Stoppel, die der Seonden und

man gewoͤhnlich vom Getreide ſtehen laͤßt, anzuzuͤnden, ſondern auch das ſaͤmmtliche Stroh dem Acker.

uͤber den Acker geſtreut zu verbrennen, und glaubt nach angeblichen Verſuchen eine groͤßere Wirkung hiervon verſpuͤrt zu haben, als wenn das Stroh in den Miſt gebracht worden waͤre. Wir laſſen dieſe Bemerkung vorerſt dahin geſtellt, da ſie hoͤchſtens nur unter gewiſſen Verhaͤlt⸗ niſſen und nur auf ſehr reichem Boden anwendbar ſeyn kann. Der Gebrauch, die hohe Stop⸗ pel anzuzuͤnden, findet ſich auch in Ungarn auf einigen ſehr reichen Laͤndereien.

§. 95.*8*8 Der Abfall der Salinen, der Pfannen⸗ und Dornſtein oder Halboͤtzig, oft mit der Aſche Salinen⸗Abfan. vermiſcht, gehoͤrt unter die wirkſamſten Duͤngungsmittel, und wird von den umliegenden Ge⸗ genden zu ziemlich hohen Preiſen gekauft und abgefuͤhrt. Der Abſatz in den Pfannen und in den Gradierwerken beſteht groͤßtentheils aus Gyps, hat jedoch immer noch einige andere Salz⸗ theile beigemiſcht. Einige ſchaͤtzen ihn hoͤher als den Gyps, andere demſelben nur gleich.

§. 96.

Mannigfaltige kuͤnſtliche Duͤngungsſalze, die in ſehr kleinen Quantitaͤten wunderbare Wir⸗ Dangerſalze. kungen hervorbringen ſollen, und deren Zuſammenſetzung man geheim haͤlt, ſind Geburten der Gewinnſucht und der Charlatanerie, die aber in unſern Zeiten ihr Gluͤck hoffentlich nicht weiter machen werden.

Hiermit muͤſſen indeſſen diejenigen kuͤnſtlichen Zuſammenſetzungen von Gyps, Eiſenoxyd,

Kochſalz u. ſ. w. nicht verwechſelt werden, welche unter andern der verdienſtvolle Lampadius in Freiberg(vergleiche Leipziger oͤkonomiſche Anzeigen, Michaelis 1803) verſucht und empfoh⸗ len hat. Denn dieſe ſollen im gehoͤrigen Maße, und nicht wie jene Wunderſalze zu wenigen Lothen oder Pfunden auf einem Jochart angewandt werden.

§. 97.

Es ſcheint keinem Zweifel unterworfen, daß man durch eine gehoͤrige Abwechſelung der Wfſaſnn der ungsmit⸗

treibenden und warmen animaliſchen, der nachhaltigen und kuͤhlenden vegetabiliſchen und der tel.

aufloͤſenden mineraliſchen Duͤngung, ja ſelbſt durch die Abwechſelung der verſchiedenen Arten dieſer Hauptklaſſen eine weit hoͤhere Produktion bewirken koͤnne, als wenn man ſich nur an eine Duͤngungsart haͤlt. Es koͤmmt aber wahrſcheinlich viel darauf an, daß man die Ordnung, Zweiter Theil. Cc