Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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Mineraliſche Duͤngungsmittel. 193

dem Boden herausgewaſchen, indem man bei der Unterſuchung eines ſolchen Bodens kaum eine Spur von Salz angetroffen hat.

Bei den mit Salpeter angeſtellten Verſuchen hat man in ſehr kleinen Quantitaͤten eine weit

groͤßere Wirkung, wie vom Kuͤchenſalze verſpuͤrt. Dieſe Duͤngung iſt aber in der Praxis durch⸗ aus unanwendbar, und wir erwaͤhnen ihrer nur hier, weil ſie die Fruchtbarkeit des von ſelbſt Kalkſalpeter erzeugenden Bodens beſtaͤtigt. Doch muß bei dieſer Gelegenheit bemerkt werden, daß man haͤufig Salpeter im Acker enthalten waͤhne, worin keiner iſt. Manche ſehen den weiß⸗ lichen Anflug, der ſich auf modderreicher Erde anſetzt, fuͤr Salpeter an. Es iſt dies aber nichts als eine Art Flechte(Lichen humosus), welche dieſer Boden ſchnell erzeugt, und die aller⸗ dings ein Beweis von hoher Fruchtbarkeit iſt. wieder ausgewaſchen, und man entdeckt ihn ſelten bei Zerlegungen. Mehr findet man ihn in den auf Salpeter erzeugendem Boden gewachſenen Pflanzen, in welchen er jedoch nur einen zufaͤlligen fremden, keineswegs weſentlichen Beſtandtheil, z. B. bei den Runkelruͤben, ausmacht.

Andere Neutralſalze kommen wohl in gar keinen Betracht.

Da man jetzt einen ſo beſtimmten Begriff von Salzen hat, und dieſe Salze nur hoͤchſt ſel⸗ ten in ganz unbedeutenden Quantitaͤten und nur zufaͤllig im Boden angetroffen werden, ſo ſollte man doch endlich von den Salzen des Bodens und des Duͤngers, ſo wie von dem Oel der⸗ ſelben, welches ſich eben ſo wenig darin befindet, zu reden, und verſtaͤndigere Begriffe dadurch zu verwirren, aufhoͤren!

5. 88.

Neuerlich ſind die metalliſchen Salze, und namentlich der Vitriol oder das ſchwefelſaure Eiſen als Dungungsmittel in Ruf gekommen. Man hielt ſonſt den Vitriol der Vegetation fuͤr ſehr nachtheilig, und einen unfruchtbaren Thonboden nannte man manchmal auch wohl mit Recht einen vitrioliſchen Boden. Neueriich erſt hat uns die Theorie ſowohl, als auch gleichzeitig die Erfahrung auf den Gebrauch des Vitriols gefuͤhrt. Wie man naͤmlich die Wir⸗ kung des Opygens auf die Keimung der Samen und das erſte Hervortreiben der jungen Pflanzen bemerkte, glaubte man dieſes Oxygen in Oxyden, Saͤuren und ſauren Salzen anbringen zu koͤnnen Aber beſtimmte Wirkung hat man hoͤchſtens nur von den Oxyden und Saͤuren ge⸗ ſehen, die leicht zerſetzt werden, und ihr uͤbriges Oxygen fahren laſſen. Bei Saͤuren und ſau⸗ ren Salzen ſcheint mir, nach den angeſtellten Verſuchen, die Wirkung auf Befoͤrderung des Keimens noch ſehr zweifelhaft. Die Wirkung des in Waſſer aufgeloͤſten Eiſenvitriols als Duͤn⸗ gungsmittel zeigte ſich in den Verſuchen ebenfalls verſchieden; einige haben gar keine, andere ſchädliche, noch andere vortheilhafte Wirkungen dabei wahrgenommen. Die meiſten dieſer Verſuche, wovon ich Kenntniß erhalten habe, ſind in Anſehung der gebrauchten Quantitaͤt und des Erdbodens, welchen man damit befruchtete, zu unbeſtimmt. Beides aber ſind ſehr wich⸗ tige Momente, ohne welche ſich die widerſprechenden Reſultate, welche dieſe Verſuche geben, nicht erklaͤren laſſen.

Die zufaͤlligen Erfahrungen, welche man uͤber die duͤngende Kraft verſchiedener Foſſilien, die mit Eiſenvitriol ſtark durchdrungen ſind, gemacht hat, haben dieſer Sache eine praktiſche Wichtigkeit gegeben, die ſie ohne ſolche nicht wuͤrde gehabt haben. In England hat man

Zweiter Tbeil. Bb

Der im Boden erzeugte Salpeter wird ſchnell

Metalliſche Sal⸗ ze, insbeſondere Eiſenvitriol.