Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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dineraliſche Duͤngungsmittel. 187 §. 75.

Die Koſten der Mergelung werden ſehr verſchieden angegeben, und muͤſſen es natäͤrlicher Koſten der Mer⸗

Die Arbeit des Auswerfens und Aufladens richtet ſich hauptſaͤchlich nach der Tiefe, aus welcher er herausgefoͤrdert wird. Jedoch kommt auch die Zaͤhigkeit des Mergels und das Waſſer, womit man zu kaͤmpfen hat, in Betracht. Kann der Mergel, nachdem er losgehackt worden, ſogleich aufgeladen werden, ſo iſt ziemlich allgemein die Bezahlung fuͤr eine Ladung

von 18 Kubikfuß zwiſchen 2 und 3 kr. In Hollſtein zahlt man dafuͤr Schilling oder 9 Pfen⸗ nige ſchwer Geld, wobei aber die Arbeiter, denen man Pferde und Fuhrwerk, aber keine In⸗ ſtrumente giebt, ihn zugleich ausfahren und abſtoßen muͤſſen, vorausgeſetzt, daß die Entfer⸗ nung nicht weit ſey, und daß 25 Ladungen in einem Tage gefahren werden koͤnnen. Hier be⸗ zahle ich fuͤr ein ſolches Fuder ohne Ausfahren, und wenn den Leuten die Hacken dazu gegeben werden, 1 Groſchen ſchlecht Geld(ungefaͤhr 3 ½ Pr.), welches etwa Schilling Daͤniſch betraͤgt. Hierbei haben die Arbeiter einen gerechten Verdienſt.

Das Ausfahren richtet ſich ganz nach der Entfernung. Kalkhaltiger Mergel wird auf thonigen Boden nicht ſelten eine Meile und weiter herbeigeholt, ſo daß ein Geſpann taͤglich nur 2 Fuder, oft nur 1 Fuder herſchaffen kann. Dieſe Mergelung kommt daher ſehr hoch, ungeachtet ſie nur ſparſam gebraucht wird, und uͤberwiegt dann mehrentheils die Koſten einer Kalkduͤngung. ſucht ihn daher auf einer jeden Feldbreite ſo nahe als moͤglich aufzufinden, und ſpart deshalb die Koſten lieber nicht, die das Abraͤumen mehrerer Gruben verurſacht. Nach der Ent⸗ fernung wird es ſich in jedem beſondern Falle leicht berechnen laſſen, wie oft gefahren werden koͤnne.

Eine haͤufig zutreffende Berechnung der Koſten, um einen Jochart mit Lehmmergel zu be⸗ fahren, wird folgende ſeyn:

135 Fuder Mergel auszuſtechen und zu laden, à 2 Kr. 2 Pferde, welche im Durchſchnitt in 7 Tagen 1 Jochart be⸗ fahren, das Pferd taͤglich mit Einſchluß des Fuhrwerks,

Weiſe ſeyn.

s Fl. 20 Kr.

à 284 Pr. 3... 6 2 40

Das Ausſtruen des Mergels, per. Jochart.. T 4 Die Koſten des Abraͤumens und anderer zufaͤlliger Nebendinge,

per Jochart...... 32

Der Fuͤhrer, taͤglich 211 xr...... 2 7 30

16 Fl. 7 Fr.

Dies iſt indeſſen nach den guͤnſtigſten Umſtaͤnden berechnet; wenn aber Schwierigkeiten eintre⸗ ten, ſteigen die Koſten natuͤrlich hoͤher. In den kuͤrzeſten Wintertagen koͤnnen vielleicht nur 15 Fuder gefahren werden, in langen Tagen aber auch 25. In jenen kann man aber auch die Arbeit der Pferde nicht ſo hoch berechnen, in dieſen muß ſie hoͤher angeſchlagen werden.

Bei einer ſcharf betriebenen Mergelung in betraͤchtlicher Entfernung vom Hofe, ſaͤete man Wicken auf das ſchon bemergelte Land, tuͤderte auf ſolchem die Mergelpferde, und ließ ſie Tag und Nacht an der Stelle.

§. 76.

Lehmmergel kann nur benutzt werden, wenn er in der Raͤhe liegt, und man

gelung.

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Man hat von dem Mergel, beſonders vom lehmigen, auf Sandboden immer eine merk⸗ erſon der Mer⸗

liche Wirkung verſpuͤrt, wenn dieſer Boden auch ganz ausgeſogen und ſo unfruchtbar war, daß Aa 2