186 Mineraliſche Duͤngungsmittel.
kommt es darauf an, ob der Mergel ſchneller oder langſamer zerfaͤllt. Er aͤußert ſeine vole
Wirkung erſt dann, wenn er ſich recht innig mit der Ackererde verbunden hat. Deshalb kommt
es auch ſo ſehr auf ſeine Behandlung an, nachdem er aufgefahren worden iſt. Zeit. der Aus⸗
3 Operation im Großen betrieben wird— ſo faͤhrt man mit der Arbeit, wenn es die Witterung und der tief eingedrungene Froſt nicht verhindert, ununterbrochen durch alle Jahreszeiten fort. die Zeit der Muße nur im Spaͤtherbſte und Winter, nur dann nach der Fruͤhjahrsbeſtellung bis zur Ernte ein. Der vor und im Winter ausgefahrne Mergel iſt von der ſchnellſten Wirkung,
eingedrungen iſt, ſo verlohnt es ſich der Muͤhe, dieſen, da wo man ausſtechen will, wegraͤu⸗
men, die gefrornen Brocken durchbrechen, und den Mergel dann mit Schlitten auffahren zu
laſſen. Oft aber wird doch die Arbeit zu ſchwierig. Der ſpaͤter aufgefahrene zerfaͤllt ſelten
genug, um ſich hinlaͤnglich mit der Ackerkrume, des mehrmaligen Pfluͤgens ungeachtet, zu men⸗
gen, und kann dann auf die naͤchſte Winterung keine merkliche Wirkung haben. Die Regel der
Englaͤnder, daß der Mergel zweier vollen Sommer Sonne und eines vollen Winters Froſt ge⸗
habt haben muͤſſe, ehe man ihn unterpfluͤge, wird ſelten befolgt. Bringt man ihn, wie es
gewoͤhnlich geſchieht und vorgeſchrieben wird, auf die geſtuͤrzte Brache, ſo muͤßte man nach jener
Regel 2 Jahr ungenüutzte Brache halten. Die Englaͤnder bringen ihn aber auch auf den unge⸗
ſtuͤrzten Dreeſch: Gras und Klee ſollen kraͤftig hierdurch wachſen, und eine reiche Weide geben,
der Mergel ſich aber nun nach dem Umbruch leicht mit der Erde mengen. Wenn indeſſen der
vor und im Winter aufgefahrene Mergel bis gegen die Mitte des Sommers liegt, ſo iſt er ge⸗
woͤhnlich zerfallen genug, um ſich durch fleißiges Pfluͤgen, Eggen und Walzen mit der Acker⸗
erde genau mengen zu laſſen. Aber der im Fruͤhjahr gefahrne zerfäͤllt ſelten genug, um nicht
vorerſt in Stuͤcken und Kloͤßen im Boden zu bleiben, wenn er untergepfluͤgt wird. Von jenem
hat man daher eine ſchnellere, von dieſem eine ſpaͤtere, im erſten Jahre keine merkliche Wirkung..
Einige, die aus dem aufgefahrenen Mergel ſo fruͤh wie moͤglich Nutzen ziehen wollen, ſzen
ſchon Soͤmmerung ein, Gerſte und Hafer oder Buchweizen, mehrentheils aber mit ſchlechtem
Erfolge. Eine reine, fleißig bearbeitete Brache iſt durchaus noͤthig, wenn er bald wirken ſol.
§6. 74.
Daß die Ausſtreuung mit Sorgfalt geſchehe, ſo daß er gleichmaͤßig verbreitet werde, ver⸗ ſteht ſich von ſelbſt. Darauf wird er bei trocknem Wetter ſcharf durchegget, dann, wenn Kloͤße
Ausſtreuung u. Ueberpſügung.⸗
oder Stuͤcken bleiben, gewalzt, und nun, nachdem er einen Regen erhalten hat, aber wieder
abgetrocknet iſt, nochmals geegget. Alsdann wird er, und zwar ſo flach als moͤglich, zum erſten Male untergepfluͤgt. Und nun erhaͤlt das Land mindeſtens noch drei Furchen mit jedesmal darauf folgendem Eggen. Die genauere Verbindung mit der Ackererde wird dann die Natur bewirken. Kommt er aber klumpigt zu liegen, ſo kann ſie das nicht, und es wird dann erſt
8 bei den nachfolgenden Beſtellungen die Mengung allmaͤhlig geſchehen. Was ſich aber nicht in
feinem Pulver gemengt hat, iſt bis dahin nicht nur unwirkſam, ſondern der Vegetation poſttir nachtheilig.*
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Wenn man beſondere Pferde auf das Mergelfahren hoͤlt— wie es da geſchieht, wo dieſe Gebraucht man aber nur das gewoͤhnliche Geſpann— oft ſelbſt die Zugochſen— dazu, ſo teift
weil er durch den Froſt am beſten zerfaͤllt. Wenn der Froſt vor dem Schnee nur nicht zu tief
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