Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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der Quantitaͤt.

Mieraliche Duͤngungsmittel. 185

gefunden, die Mergelung nach 12 bis 16 Jahren zu wiederholen, was bei jener ſtarken Mer⸗ gelung ſich nicht ſo vortheilhaft zeigte. den kann, zu Anfange lieber einer groͤßern Flaͤche zu gut kommen, und 135 ſolcher Fuder ſind bei Mergel, der etwa 25 Prozent Kalk enthaͤlt, das gewoͤhnlichſte, wodurch das Land un⸗ gefaͤhr ½ Zoll hoch bedeckt wird. Hat der Mergel betraͤchtlich weniger Kalk in welchem Falle er nur auf ſandigem Boden paßt ſo muß man in dem Verhaͤltniß mehr auffahren, wenn man eine befriedigende Wirkung von ihm haben will.

§. 71. Aus der Verſchiedenheit der Staͤrke der Auffuhr des Mergels und des Bodens laſſen ſich die widerſprechenden Erfahrungen, die man uͤber die Wiederholung des Mergelns gemacht hat, erklaͤren. Einmal hat man naͤmlich vom zweiten oder dritten Mergeln keine Wirkung verſpuͤrt, oder gar eine nachtheilige. Ein anderes Mal hat die zweite, ja die dritte Mergelung mehr ge⸗ wirkt als die erſte. Im erſtern Falle war Alles, was der Mergel geben kann, noch genug im Boden vorhanden; man hatte aber die Miſtduͤngung vernachlaͤſſigt, und der erſchoͤpfte Humus konnte durch keinen gewoͤhnlichen Mergel erſetzt werden. War es thoniger Mergel, ſo ward ein Boden, dem es vielleicht an Thon ohnehin nicht gebrach, mit Thon uͤberfuͤllt, und wirklich dadurch verdorben. Im zweiten Falle hatte man die Miſtduͤngung nicht verabſaͤumt, und der Mergel war dem Boden in Anſehung ſeiner phyſiſchen Wirkung angemeſſener: die Konſiſtenz des Bodens verbeſſerte ſich. Wo man regulaͤr mergelt, aber auch genugſam miſtet, nimmt man es als ein Zeichen an, daß der Acker des Mergels mehr als des Miſtes wieder beduͤrfe, wenn Unkraut irgend einer Art uͤberhand darauf nimmt, und uͤppig darauf waͤchſt.

mit dem freilich eine fleißig bearbeitete Brache verbunden iſt, das Unkraut, ſondern giebt auch

Daher laͤßt man die Arbeit, welche man daran wen⸗

Wiederholunz des Mergelns.

Dann vertilgt nicht nur der Mergel,

mehr Fruchtbarkeit als der Miſt. Denn das Ueberhandnehmen und die Ueppigkeit des Unkrauts

beweiſet, daß noch vegetabiliſcher Rahrungsſtoff genug im Boden, dieſer aber dem Unkraut angemeſſener, wie dem Getreide ſey. Die chemiſchen Wirkungen des Mergels aͤndern die Na⸗ tur des Humus wahrſcheinlich um.

Wo aber wiederholte Mergelungen gebraͤuchlich ſind, iſt man in der Regel ſparſamer in Vom thonigen Mergel faͤhrt man dann auf ſandigen Boden 56 bis 68 Ladun⸗ gen, vom kalkigen Mergel auf Lehmboden oft nicht mehr als 23 Ladungen auf.

8. 72.

Die Dauer ſeiner Wirkung wird eben ſo verſchieden angegeben, und muß es den Umſtaͤn⸗ den nach ſeyn. Sandiger Boden wird durch eine ſtarke Auffuhr von Thonmergel auf ewig in ſeinen phyſiſchen Eigenſchaften verbeſſert, und traͤgt fortdauernd beſſere Ernten, wenn er zu rechter Zeit Miſtduͤngung erhaͤlt. Die chemiſche Wirkung des Mergels verſpuͤrt man, je nach⸗ dem er ſchwaͤcher oder ſtaͤrker aufgefahren iſt, 10 bis 20 Jahr. Die Wirkung des kalkigen Mergels auf Thonboden nimmt man in der Regel auf 12 Jahr an. Dem Pachter werden in einigen Gegenden die Koſten der Mergelung in dieſem Verhaͤltniſſe erſetzt, wenn er vor vollen⸗ deter Abnutzung abgeht. Hat er ihn z B. 5 Jahr benutzt, ſo bekommt er 2z der Koſten, hat er ihn 9 Jahr benutzt, heraus.

Der Effekt des Mergels ſteigt in der Regel bis zum dritten Jahre, haͤlt ſich dann 3 Jahre in ſeiner Hoͤhe gerechte Miſtduͤngung vorausgeſetzt und nimmt dann wieder ab. Jedoch

Zweiter Theil. Aa

Dauer ſeiner Wirkung.

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