Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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Ungleichheit des Mergels in ei⸗ ner Grube.

Bearbeitung der

rube.

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Quantität.

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Selten bleibt ſich der Mergel, insbeſondere der thonige, in einer Grube ganz gleich. 6s

kommen Schichten und Saͤtze, wo er betraͤchtlich mehr, andere, wo er weniger Kalk hat. Wenn

Mineraliſche Duͤngungsmittel.

§. 68.

man noch nicht geuͤbt genug iſt, dies ziemlich ſicher nach dem Anſehen unterſcheiden zu koͤnnen, ſo muß man oͤfterer eine oberflaͤchliche Unterſuchung anſtellen. Je tiefer man kommt, deſto

gleichartiger pflegt er zu werden.

Oft findet ſich eine Sandſchicht oder Sandader dazwiſchen,

Dieſer Sand iſt manchmal ſehr kalkreich, und dann iſt er vortrefflich auf thonigem Boden, oder

um ihn zwiſchen Modder oder Torf zu bringen. Lehm nicht gebrauchen, ſo muß man ihn doch aus dem Wege ſchaffen, und ſtoͤßt ihn dunn in

Kann man aber den Sand oder den kalkarmen

die ausgeſtochenen Tiefen, wo man nicht weiter gehen will, hinein.

§. 69. Ob man mit t dem Ausſtechen des Mergels tiefer eindringen ſolle oder nicht, entſcheidetdte

Umfang der Mergellage und die Art des Mergels, der immer kalkhaltiger zu werden pflegt, j

tiefer man kommt. Vorſicht gefaͤhrlicher.

Aber die Arbeit wird muͤhſamer und koſtſpieliger, und auch ohne große Es muß der Mergel dann aus der Tiefe in Abſaͤtzen heraufgeworfen wer⸗ den, ehe er geladen werden kann, und dieſes koſtet oft das Doppelte. Sehr aufmerkſam muß

man darauf ſeyn, daß die Leute die Waͤnde grade erhalten, und nicht uͤber die perpendikulaͤre Linie hineinarbeiten, weil ſonſt ſehr leicht durch das Einſtuͤrzen einer Wand ein Ungluͤck entſteht.

Bei dem tiefern Eindringen hat man dann auch mehrentheils mit dem Waſſer zu kaͤmpfen, welches ſich theil ls von oben herab in die Grube zieht, theils aus den Sandadern hervordringt. Man muß es durch eine Schnecke oder Plumpe herausſchoͤpfen. Zuweilen wird aber der Zufluß des Waſſers aus einer Quelle ſo ſtark, daß man die Grube verlaſſen muß, es ſey denn, daß der

Grund derſelben noch hoch genug laͤge, um ſich deſſen durch einen Stollen entledigen zu koͤnnen.

Selten pflegt mon daher tiefer einzugehen als 10 bis 12 Fuß. Indeſſen haben es ſi ſch einige nicht verdriehen laſſen ,ſehr guten Mergel 24 Fuß heraufzuholen.

§. 70.

8

Die Zuantität des aufzufahrenden Mergels iſt ſehr verſchieden. Es kommt dabei aufdie Art des Mergels, die Beſchaffenheit des Bodens und den Zweck an, welchen man damit errei⸗

chen will.

Je kalkhaltiger der Mergel iſt, um deſto weniger bodarf es deſſen, weil man bei

dieſem Mergel nur auf die duͤngende Kraft der Kalktheile Ruͤckſicht nimmt. Man haͤlt deshabb eine Auffuͤhrung von 45 bis 56 Ladungen à 18 Kubikfuß per Jochart ſchon fuͤr eine gute Mer⸗

gelung.

Solcher Mergel hat dann aber 60 und mehrere Prozent Kalk, und wird auf lehme gem oder thonigem Boden gebraucht. Je mehr der Thon uͤberwiegt, deſto ſtaͤrker muß aufgefahren werhen, und insbeſondete

auf ſandigem Boden, welcher dann aber außer der chemiſchen Befruchtung vom Kalk eine phyſi⸗ ſche und ausdauernde Verbeſſerung dadurch erhaͤlt.

auf den Jochart gehoͤren.

und zur ra

dikalen Verbeſſerung des Bodens.

Mit mergeligem Lehm wird ein ſolcher Vo⸗

den ungefaͤhr 1 Zoll hoch uͤber und uͤber befahren, da dann 270 Ladungen erwaͤhnter Staͤrke In den meiſten Gegenden, wo man die Mergelung erſt anfing, ht man dieſen Mergel ſo ſtark und oft noch ſtaͤrker gebraucht, allerdings mit nachhaltigem Rutzen Indeſſen finde ich, daß man in allen Gegenden, wo man mit der Sache bekannter geworden iſt, und ſie mehr im Großen betrieben hat, ſparſamer

damit geworden ſey, und ſich mit 135 ſolcher Ladungen, oft mit 90 begnuͤge. Man hat von

dieſer ſchwaͤchern Mergelung dennoch die erwuͤnſchte Wirkung gehabt, nur keine ſo nachhaltige, und nur auf 1o bis 12 Jahr ausdauernde. Aber man hat dann um ſo mehr Vortheil dabei

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