Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
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Mineraliſche Duͤngungsmittel.

den Gehalt im Durchſchnitt nehmen, indem er bei dem Ausfahren ziemlich durcheinander ge⸗ mengt wird. Je ſandiger der Boden iſt, worauf man den Mergel bringen will, um deſto nutz⸗ barer iſt der mergeligte Thon, der wenig Kalktheile hat, und er wird ſchon brauchbar, wenn er 12 bis 15 Prozent Kalk enthaͤlt, obwohl man ihn, um die Wirkung des Kalkes zu erreichen, ſo viel ſtaͤrker auffahren muß. Nur der vielen Sand enthaltende Mergel iſt fuͤr ſolchen Boden verwerflich. Auf thonigem und lehmigen Boden hingegen wuͤrde jener Mergel nicht paſſen, und

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man muß da ſolchen aufzufinden trachten, der wenigſtens 40 Prozent, beſſer aber noch mehr

Einrichtung der Mergelgrube.

an Kalk enthaͤlt. Dagegen ſchadet hier der ſandige Mergel, der manchmal vielen Kalk hat, nicht, ſondern iſt im Gegentheil vorzuͤglich anwendbar. Der ſteinige Mergel in gebirgigen Gegenden iſt fuͤr den Thonboden beſonders geeignet, iudem er wenig Thonerde, ſondern groͤß⸗ tentheils Kalk und feine Kieſelerde zu enthalten pflegt. Nur zerfaͤllt er oft erſt ſpaͤt.

§6. 65.

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Rachdem man ſich von der Zweckmaͤßigkeit der Stelle und ihres Gehalts uͤberzeugt hat,

legt man durch Abraͤumung der Oberflaͤche die Mergelgrube an. Dieſe Abraͤumung muß ſo tief geſchehen, bis man auf die eigentliche Mergellage, welche einen gehoͤrigen Gehalt hat, kommt. Der Abraum iſt manchmal zur Ausfuͤllung von Sinken, die ſich in der Nachbarſchaft der Mergelhuͤgel zu finden pflegen, zu gebrauchen. Sonſt bringt man ihn auf den untern Rand

der Grube in genugſame Entfernung, um nicht auf die Wand derſelben zu druͤcken, aber doch

auch nicht zu weit weg, weil man ſich deſſen zur Ausfuͤllung der tief ausgegrabenen Stellen in der Folge nuͤtzlich bedienen kann. So wie man alle Arbeiten bei dieſer Operation moͤglichſt zu verdingen ſuchen muß, ſo iſt dies auch ſchon bei dem Abraume der Fall, und man macht dieſen Verding ſchachtruthenweiſe, oder nach andern in der Gegend bekannten Maßen. Will man ſich der abgeraͤumten Erde nicht zu einem beſondern Zwecke an einem entferntern Orte bedienen, ſo laͤßt man ſie nicht durch Pferde, ſondern nur durch Handkarren wegſchaffen, zuweilen auch nur durch den Wurf auf den Rand hinauswerfen. Dieſes Wegſchaffen giebt man dann zu⸗ gleich mit in Verding. Manchmal kann man ſich auch des Mollbretts, welches in der Folge

beſchrieben werden wird, nuͤtzlich bedienen.

Laden und Aus⸗ fuhr des Mer⸗ gels.

Zuweilen iſt es rathſamer, den Abraum von der ganzen Flaͤche und in der vollen Breite, die man der Grube zu geben gedenkt, wegſchaffen zu laſſen; zuweilen aber erſt eine ſchmaͤlere Breite zu nehmen, naͤmlich in dem Fall, wo man nicht ſehr tief zu gehen gedenkt, und den fernern Abraum dann wieder zur Ausfuͤllung der ausgeſtochenen Breite gebrauchen will. Man kann ſich auf die Weiſe von einer niedern Stelle eines Mergelhuͤgels immer weiter nach deſſen

Gipfel zu hineinarbeiten. Will man hingegen ſtark in die Tiefe gehen, wozu man ſich oft,

weil der Mergel immer gleichartiger und kalkreicher wird, veranlaßt findet, ſo muß die Mer⸗ gelgrube gleich weit genug angelegt werden, damit man mehr Raum darin habe, und ſich ge⸗ gen das Einſtuͤrzen der Waͤnde ſichern koͤnne..

Eine Breite von 6 Ruthen und eine Laͤnge von 8 Ruthen machen eine maͤßige Mergel⸗ grube aus. Jedoch giebt es Faͤlle, wo man ſie doppelt ſo groß macht.

Sodann muß man der Mergelgrube eine beſondere Einfahrt und Ausfahrt geben, damit das Fuhrwerk nicht darin zu wenden brauche. Beide muͤſſen gelinde abgedacht ſeyn, ſo daß ſe bequem in die Grube hinein und herausfuͤhren.

. 56.

Bei der Arbeit der Mergelausfuhr muß man das gerechte Verhaͤltniß zwiſchen den Ar⸗

beitern, die den Mergel loshacken und laden, und dem Fuhrwerke zu treffen ſuchen; ſo daß

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*4 Ffund.