Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1811) Von den landwirthschaftlichen Verhältnissen (Fortsetzung) : Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheile, physischen Eigenschaften, der Beurtheilung und Werthschätzung des Bodens : Agrikultur
Entstehung
Einzelbild herunterladen

den Detft

in Verbindung n ge ſehr auffalene

ine dopyaheg

7

Mineraliſche Duͤngungsmittel. 181

Pretzer Probſtey in Holſtein,(Vergl. Thaers vermiſchte Schriften, Bd. I. S. 631.), da glaubte man, ausgegrabener Lehm thue dieſe Wirkung, und nahm nun freilich zu Zeiten Lehm, der kein Mergel war, hatte alſo auch nicht die erwartete Wirkung davon. Die Chemie konnte uns zuerſt Aufſchluͤſſe uͤber die Erfahrungen geben, die im Widerſpruch mit einander zu ſtehen ſchienen.

Ferner ſtand der Verbreitung des Mergelns der Mißbrauch entgegen, welchen man davon gemacht hatte. Wo man ſich naͤmlich von ſeiner großen duͤngenden Eigenſchaft uͤberzeugt hat⸗ te, berechnete man haͤufig, daß er wohlfeiler als der Miſt ſey, glaubte des letztern entbehren zu koͤnnen, ſchraͤnkte den Viehſtand ein, und verkaufte Heu und Stroh an andere, die nicht mergelten. Natuͤrlich ward alſo der Boden, nachdem die chemiſche Wirkung des Mergels vor⸗

rch derdin u uͤber war, unfruchtbar, und eine zweite Mergelung half bei einem humusleeren Boden ſehr

der eiganzi wenig. Deshalb entſtand ſchon vor mehrern hundert Jahren das Sprichwort: der Mergel

z verlie d mache reiche Vaͤter, aber arme Kinder; und das Wort ausmergeln, welches man, ſelbſt

der die un ohne Ruͤckſicht auf ſeinen Urſprung, uͤberhaupt fuͤr das Erſchoͤpfen des Bodens gebraucht. Bei

h durch da ſe einer guten Wirthſchaft iſt aber jenes Sprichwort ſo wenig wahr, daß man im Gegentheil ſa⸗

1, wie de ki gen kann, der Mergel vermehre den Reichthum progreſſiv bei jeder Generation, indem durch

tende Daten ihn auch das Material des Miſtes ſelbſt in immer groͤßerer Quantitaͤt erzeugt wird.

neinem thuchn§. 64. 5

Dirkung des zat.; S in Wifonts des Ueber die Natur, die Kenntniß, die Art und die Lage des Mergels haben wir S. 3 in Netgeis an

begünſtigten

en großen Veng dem§. 89. geredet. Es bleibt alſo nur die Rede von ſeiner Anwendung und von der Manipu⸗ Oiten.

da vor einer kir das feinſe puw

ßt.

und er iſtſſew orden. Daji riß ſeiner dr er gewiſſen alten und g annte Art. d om Ackerbau n ſie mißterir der kommen,t ehielt aber un 9 nirgendé Nult Ueberfuſt, u) Bodens n ulge rſo iinewuni⸗ ieſe aus Külc gen Meuz 1 enden kanntelc en und p. neiſten veftin

tte, wie ni

lation uͤbrig. 8

Da die Anfuhr das erheblichſte und koſtſpieligſte iſt, ſo muß man vor allem ihn an der naͤchſten Stelle des zu bemergelnden Feldes aufzufinden ſuchen. Geſetzt auch daß er an einer ſolchen Stelle, der tiefern Lage wegen, beſchwerlicher zu gewinnen und aufzuladen waͤre, ſo wird dies, der nahen Anfuhr wegen, doch immer erſetzt. Dieſe Ruͤckſicht tritt da am ſtaͤrk⸗ ſten ein, wo man vom lehmigen Mergel eine ſtaͤrkere Auffuhr machen, und ſomit loſen Boden durch die Thontheile verbeſſern will. Gluͤcklicher Weiſe findet ſich aber dieſer thonige Mergel in Gegenden, wo er an einem Orte ſteht, auch faſt allgemein verbreitet, und liegt nur flacher oder tiefer unter der Oberflaͤche; wogegen der kalkige und ſteinige Mergel ſich oft nur an einzelnen Stellen abgelagert hat, und oft weit her angefahren werden muß; was aber bei der geringen Quantitaͤt, deren man bedarf, dann auch leichter geſchehen kann.

Bei einer nicht merklich verſchiedenen Entfernung hat man dann die Stelle zur Mergel⸗ grube zu waͤhlen, wo er am flachſten liegt, und wo die Grube dem mindeſten Waſſerzulauf ausgeſetzt ſeyn wird. In allen ebenen Gegenden liegt der Mergel am flachſten an der Spitze der Huͤgel, und zwar mehrentheils ſolcher Huͤgel, die ſich durch eine dunkelbraune, bei maͤßiger Feuchtigkeit zerkruͤmelnde Lehmerde auf der Oberflaͤche auszeichnen.

Bevor man die Mergelgrube anlegt, muß man ſich durch den Erdbohrer, oder durch ne⸗ beneinander eingeſenkte Loͤcher uͤberzeugen, daß der Mergel von gewuͤnſchter Beſchaffenheit ſich daſelbſt in betraͤchtlichen Lagern befinde. Es iſt jedoch ſelten, daß man ihn ganz ununter⸗ brochen findet, und daß beſonders in den obern Schichten nicht Sandadern und Sandlagen da⸗ zwiſchen kommen. Dieſe duͤrfen daher nicht abſchrecken, und das Unbrauchbare kann bei der Bearbeitung der Mergelgrube leicht bei Seite geſchafft, und ſogar zur Ausfuͤllung der tief aus⸗ gegrabenen Stellen nuͤtzlich angewandt werden.

Man unterſucht ſodann den Gehalt des aufgefundenen Mergels. Er iſt ſelten ganz gleich, und wechſelt von Stellen zu Stellen ab. Man muß daher mehrere Stuͤcke unterſuchen, und